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Models auf dem roten Teppich: Modenschau an der Schönhauser Allee

Markus S. · 05. September 2026, 14:11 Uhr · 2 Min. Lesezeit · 3 Aufrufe
Models auf dem roten Teppich: Modenschau an der Schönhauser Allee

Unter dem Viadukt der U2 auf der Schönhauser Allee erstreckte sich am Samstag ein roter Teppich, fest auf das Pflaster geklebt. Passanten blieben stehen, um das außergewöhnliche Treiben zu beobachten. Eine Mutter filmte ihren Sohn, als sie ihn auf den Teppich aufforderte: "Lauf mal". Von 12 bis 19 Uhr verwandelte sich die Verkehrsachse im Bezirk Pankow in einen Catwalk, wo das Motto "Kiez & Couture – Von Asphalt zu Avantgarde" lautete. Geschäfte aus den benachbarten Schönhauser Allee Arcaden sowie kleine Marken und Nachwuchsdesigner der AMD Akademie Mode & Design präsentierten ihre Kollektionen. Der Abend endete mit einer Feier in den Arcaden.

Die Veranstaltung wurde von Lillemor Mallau organisiert, die Sprecherin der Initiative „Meine Schönhauser Allee“ ist. Mallau erklärte: "Wir haben das in nur sechs oder sieben Monaten organisiert." Der Prozess sei zügig vonstattengegangen, da alle Beteiligten – Politik, Verwaltung und Gewerbetreibende – kooperiert haben. Besonders die Geschwindigkeit der Genehmigung durch die Denkmalschutzbehörde habe sie überrascht; diese war mit unter 30 Minuten die schnellste Genehmigung, die sie je erlebt hat.

Während die Models über den roten Teppich schritten, filmten viele Zuschauer das Geschehen. Warum ist ein U-Bahn-Viadukt unter Denkmalschutz? Diese Stahl- und Betonkonstruktion, die zwischen 1911 und 1913 nach Entwürfen von Architekt Alfred Grenander erbaut wurde, ist 1,7 Kilometer lang und wird oft als „Magistratsschirm“ bezeichnet. Die Frage war nicht selten, ob man hier ein Model oder einen Berliner im Alltag auf dem Teppich sieht.

Wo sonst Fahrräder abgestellt sind, standen an diesem Nachmittag Klappstühle bereit. Die Models gingen über den Teppich, während Musik mit dem Verkehr auf den Straßen um die Wette dröhnte, und der Wind einige der ersten Herbstblätter über den Stoff wehte. Die Moderatorin lobte den "Materialmix, der Lust auf den Herbst macht", während aus dem Publikum gelegentlich freundliches Buhen zu hören war.

Im Backstagebereich, abgesperrt durch eine Kordel, warteten die Models im nördlichen Treppenabsatz des U-Bahnhofs auf ihren Auftritt. Die Improvisation des Nachmittags stand im Kontrast zu den bevorstehenden Herausforderungen der Straße. Ab Oktober sollen Bauarbeiter die Brücke abreißen und neu bauen, was mindestens vier Jahre lang Baulärm und Sperrungen zur Folge hat und Einzelhändler in Sorge über wegbleibende Kundschaft versetzt. Die Modenschau diente daher auch als Appell an die Kunden: "Vergesst uns nicht, wenn der Kiez zur Dauerbaustelle wird!"

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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