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Ivan Gette: Kunst gegen Gleichgültigkeit auf der Berlin Art Week

Markus S. · 03. September 2026, 11:12 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 6 Aufrufe
Ivan Gette: Kunst gegen Gleichgültigkeit auf der Berlin Art Week

Ivan Gette, ein Berliner Künstler, präsentiert während der Berlin Art Week seine Ausstellung mit dem Titel "Tutto Passa" (dt. "Alles vergeht"). Seine großformatigen, abstrakten Werke sind nicht mit Titeln versehen, da er dem Publikum die Freiheit der eigenen Interpretation lassen möchte. "Sobald ich anfange, etwas über ein Bild zu erzählen, nehme ich dem Betrachter die Freiheit der eigenen Kreativität," erläutert Gette.

Die Vielfalt in Gettes Arbeiten spiegelt seine Versuche wider, Emotionen und Augenblicke festzuhalten. Mit Acrylfarben, Strukturpaste und Sprühdosen schafft er umfangreiche Schichtungen, durchbricht Kompositionen und überarbeitet stets die Oberflächen. "So wie ein Tag seine Schichten hat, hat auch das Leben seine Schichten," sagt er. Oft übermalt er bestimmte Passagen, um in die Emotion zurückzukehren und etwas Neues zu schaffen.

Gette erhielt seine künstlerischen Anfänge im Graffiti und kam 1995 von Sibirien nach Deutschland. Zunächst lebte er in Meppen, wo er durch die Hip-Hop-Kultur Zugang zur Kunst fand. Nach etwa zehn Jahren im Marketing bei Nike wechselte er zur Malerei. Seit 2014 lebt Gette in Berlin und betrachtet sich seit 2016 ernsthaft als Künstler.

Für Gette bietet Berlin zwar Herausforderungen beim Kunstverkauf, ist jedoch ein kreativer Ort, wo Kunst entstehen kann. Der Gedanke, verschiedene Lebenswelten zusammenzubringen, führte 2022 zur Gründung des Projektraums "Not a Gallery". Dieser diente dazu, die Werke von mehr als 600 Künstlerinnen und Künstlern zu präsentieren, wobei jüngeren Talenten Sichtbarkeit neben etablierten Künstlern gegeben wurde.

Der Name "Not a Gallery" ist programmatisch gewählt und steht für Gettes Ziel, einen Gegenentwurf zu den oft exklusiven Strukturen des Kunstbetriebs zu schaffen. Bei den Eröffnungen seiner Ausstellungen kamen zwischen 1500 und 3200 Besucher zusammen – eine Mischung aus Touristen, Sammlern und Künstlern. Sein Ziel war immer, interessante Projekte zu fördern, und profitables Arbeiten war nie seine Absicht.

Gette sieht sich als abstrakter Künstler, der Menschen auf emotionalen Reisen begleitet. Für ihn ist es unerheblich, ob die Reaktionen seiner Betrachter Freude oder Ablehnung hervorrufen. "Das Schlimmste ist die Gleichgültigkeit", erklärt er. In einer Kunstwelt, in der Werke oft durch Marketing überhöht werden, sucht er nach unmittelbarer Wirkung und erfreut sich, wenn Betrachter verschiedene Wahrnehmungen desselben Bildes haben.

Hinsichtlich digitaler und KI-generierter Kunst steht Gette offen gegenüber und erkennt deren Potential an, doch für seine eigenen Werke ist ihm die Haptik wichtig. Er möchte, dass die Betrachter vor einem realen Werk stehen, dessen Material und Entstehung sichtbar sind.

Gette betont auch die Bedeutung des Moments der Berührung – sowohl in der Kunst als auch in der Begegnung mit Menschen. Die Kunst der Berührung wurde von Galeristin Anna Kimmerle beschrieben, die seine Arbeiten unmittelbar ansprachen, als sie sie zum ersten Mal sah. Diese Haltung zieht sich durch "Tutto Passa", das während einer Künstlerresidenz in Italien entstand und von der Gelassenheit der Menschen dort inspiriert wurde.

Die Ausstellung "Tutto Passa" ist vom 9. September bis 22. November in der AK Galerie in Berlin zu sehen, mit der Vernissage am 9. September. Zudem wird Gette vom 10. bis 13. September 2026 eine Solopräsentation auf der Positions Berlin Art Fair im Flughafen Tempelhof haben, wo Tickets für 25 Euro (ermäßigt 15 Euro) erhältlich sind.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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