NVIDIA-Chef Jensen Huang: Ein Impulsgeber für Berlin
Die Gaming-Welt Xperion von „Saturn“ am Alexanderplatz in Berlin-Mitte war am Freitagabend zum Leben erwacht. Rund 300 Besucher hatten Tickets für das Launch-Event des NVIDIA RTX Spark ergattert und drängten sich in der dritten Etage um Tische mit offenen Laptops und Gaming-PCs. Im Mittelpunkt des Abends stand nicht nur der neue "Supercomputer", sondern auch NVIDIA-CEO Jensen Huang.
Huang, eine Schlüsselfigur im globalen Aufschwung der Künstlichen Intelligenz, erklärte während des Events, dass der neue Computer die Zukunft des PCs repräsentiert, die man bereits heute erwerben kann. "Es ist eine Neugestaltung des PCs", sagte Huang. Er betonte, dass in diesem Gerät 30 Jahre Entwicklung stecken, darunter vier Jahre allein für den Chip.
Der Spark-Gerät unterscheidet sich durch die Fusion von Hauptprozessor (CPU) und Grafikkarte (GPU) auf einem einzigen Chip, was einen extrem schnellen Datenaustausch ermöglicht. Ein NVIDIA-Mitarbeiter illustrierte dies so: "Stell dir vor, zwei Kollegen arbeiten nicht mehr in unterschiedlichen Büros, sondern an einem gemeinsamen Schreibtisch."
Mit einer Rechenleistung von 1 Petaflop kann der Spark riesige KI-Modelle vollständig offline verarbeiten. Durch das DLSS (Deep Learning Super Sampling) wird eine Echtzeitbearbeitung ermöglicht, wobei spezielle Hardware-Einheiten direkt auf dem Grafikkartenchip zum Einsatz kommen.
Huang, der als Visionär in der Tech-Welt gilt, gründete 1993 in Kalifornien NVIDIA und hat das Unternehmen zum wertvollsten Halbleiterhersteller der Welt gemacht. Zudem erwarb er im September 2026 die KI-Plattform „Hugging Face“ von OpenAI für rund 13 Milliarden Dollar. Der 63-Jährige, bekannt für seinen Fleiß und seine Vorliebe für Schwarz, arbeitet angeblich sieben Tage die Woche.
Der Launch des KI-Supercomputers ist jedoch nur ein erster Schritt in Huang's umfassender Agenda. Unmittelbar nach der Präsentation gab es Neuigkeiten über eine Kooperation zwischen Deutschland und NVIDIA zur Entwicklung von KI. Die Bundesregierung plant eine staatliche Anschubfinanzierung in dreistelliger Millionenhöhe, um Deutschlands Rechenkapazitäten durch die Deutsche Telekom zu stärken und Unternehmen Zugriff auf leistungsstarke KI-Rechenzentren zu ermöglichen, ohne große Investitionen in eigene Hardware tätigen zu müssen. NVIDIA ist seit Jahren der weltweit führende Anbieter von KI-Chips und Huang denkt über substanzielle Investitionen in Deutschland nach.
Huang erklärte zudem, dass Berlin für NVIDIA eine besondere Bedeutung habe. Er erinnerte daran, dass das Unternehmen hier seit langem einen Standort unterhält und gegenwärtig etwa 150 Forscher in der Hauptstadt beschäftigt sind. Diese Forscher beschäftigen sich mit Themen wie Robotik, autonomem Fahren und Kommunikationssystemen.
Ein weiterer Punkt für Huang ist die enge Zusammenarbeit mit der deutschen Automobilindustrie. „Wir arbeiten mit Herstellern über den gesamten Lebenszyklus von Fahrzeugen zusammen“, erklärte er, und nannte Partnerschaften mit Mercedes und Audi sowie deren Bedeutung für Unternehmen wie Siemens und Schaeffler.
Huang dämpfte jedoch die Hoffnungen auf einen weiteren Hauptsitz von NVIDIA in Berlin. „Der Hauptsitz von NVIDIA ist dort, wo ich bin“, stellte er klar. Dennoch hob er hervor, dass das Unternehmen erstklassige Niederlassungen weltweit, einschließlich Berlin, hat.
Insgesamt bleibt abzuwarten, welche konkreten Ergebnisse die Gespräche im Kanzleramt für die deutsche Wirtschaft bringen werden. Die Herausforderung für Deutschland liegt darin, mit der KI-Entwicklung Schritt zu halten; leistungsfähige Rechenzentren sind dafür unumgänglich.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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