Datenpanne in Berlin: Ausweiskopie der Verkehrssenatorin im Darknet
Im August kam es zu einem schwerwiegenden Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung, bei dem hochsensible Daten ins Darknet gelangten. Laut einer Analyse des "RBB" sind unter anderem die Ausweiskopie und die digitale Unterschrift von Ute Bonde, der Verkehrssenatorin der CDU, betroffen.
Neben Bonde sind ebenfalls die Mailkorrespondenz und die Daten ihrer Vorgängerinnen, Manja Schreiner (CDU) und Bettina Jarasch (Grüne), in die Hände der Hacker gefallen. Auch zahlreiche Ausweiskopien und persönliche Dokumente von Mitarbeitern der betroffenen Verwaltungen wurden veröffentlicht. Jarasch äußerte, dass sie lediglich informell über ihre Betroffenheit informiert wurde, jedoch nicht über den genauen Umfang der Daten. Eine offizielle Anfrage an die Datenschutzbeauftragte blieb ohne zeitnahe Antwort, da die Bearbeitung aufgrund der Vielzahl an Anfragen Monate in Anspruch nehme.
Bereits vor dem Angriff waren in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Verkehr Mängel bei der IT-Sicherheit bekannt. Ein Bericht erwähnte, dass im Jahr 2024 lediglich teilweise die für den IT-Schutz notwendigen Mittel bereitgestellt wurden. Im Jahr 2026 fehlten weiterhin die finanziellen Mittel für einen umfassenden Schutz, was sich am erst 2026 eingeführten Erkennungssystem für Cyberangriffe zeigte. Die vorhandenen Lizenzen deckten lediglich fünf Prozent der Geräte in der Verwaltung ab.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte bereits im Jahr 2025 vor der Methode gewarnt, bei der Cyberkriminelle Nutzer durch gefälschte Sicherheitsanfragen dazu bringen, einen schädlichen Befehl auszuführen. Diese Masche wurde als „ClickFix“ bekannt. Im September 2026 wurde eine weiterentwickelte Variante, die „TerminalFix“ genannt wurde, veröffentlicht, bei der Angreifer vom ersten infizierten Computer aus tiefer in Netzwerke eindringen konnten.
Seit dem 13. August wurden laut der Senatskanzlei keine weiteren Angriffe auf die betroffenen Bereiche des Berliner Landesnetzes verzeichnet. Der Hackergruppe Rhysida war es nicht gelungen, das Netzwerk dauerhaft zu infiltrieren, nachdem sie das Land Berlin erpresst und 30 Bitcoins, also rund zwei Millionen Euro, gefordert hatten. Der Senat weigerte sich zu zahlen, woraufhin die Cyberkriminellen mindestens 1,2 Millionen Datensätze im Darknet veröffentlichten, nachdem ihre Frist abgelaufen war.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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