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Berlin sichert Zukunft des Berliner Ensembles mit neuem Mietvertrag

Markus S. · 18. August 2026, 15:07 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Berlin sichert Zukunft des Berliner Ensembles mit neuem Mietvertrag

Die Schließung eines so traditionsreichen Theaters wie dem Berliner Ensemble (BE), dem ehemaligen Brecht-Theater, schien nicht unmittelbar drohend. Dennoch gibt es Grund zur Freude: Der Berliner Senat hat einen neuen Mietvertrag mit der Eigentümerin des Gebäudes am Schiffbauerdamm abgeschlossen, was den "Erhalt des Berliner Ensembles an diesem historischen Ort langfristig sichert", wie Kulturstaatssekretärin Kerstin Richter-Kotowski dem Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses mitteilte.

Vor weniger als einem Jahr standen die Verhandlungen zu einem langfristigen Pachtvertrag vor dem Aus, wodurch auch die Spielbetrieb des vom Land Berlin stark geförderten BE in Frage gestellt wurde. Das Gebäude befindet sich im Besitz der Ilse-Holzapfel-Stiftung, die nach der Mutter des 2020 verstorbenen Dramatikers Rolf Hochhuth benannt ist. Hochhuth war eng mit dem Theater verbunden, nicht zuletzt durch sein Werk "Der Stellvertreter", das die Verstrickungen des Papstes mit dem Nationalsozialismus thematisiert.

Der neue Mietvertrag läuft über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren. Der derzeit bestehende Vertrag gilt bis Ende 2027. Um Intendant Oliver Reese und seinem Ensemble Planungssicherheit zu geben, stellt der neue Mietvertrag einen wesentlichen Baustein dar. Der Vertrag sieht zunächst eine Laufzeit von sechs Jahren vor, mit der Option einer Verlängerung um weitere 24 Jahre.

Die Kulturverwaltung kann stolz darauf sein, den ursprünglich von der Stiftung geforderten Mietpreis von acht Euro pro Quadratmeter auf 6,66 Euro gesenkt zu haben. Dies stellt jedoch das Doppelte der bisherigen Miete dar. Nach dem neuen Vertrag wird das Land Berlin im ersten Jahr eine Miete von 535.000 Euro an die Stiftung überweisen. Laut des Index-Mietvertrages kann diese Summe in den darauffolgenden zehn Jahren jährlich um maximal 2,5 Millionen Euro ansteigen.

Die Nebenkosten stellen eine noch höhere finanzielle Belastung dar als die Kaltmiete. Zu Beginn der Laufzeit sind hier bereits 922.000 Euro pro Jahr für Heizkosten und andere Vorauszahlungen nötig. Zusätzlich verpflichtet sich das Land, den baulichen Unterhalt der denkmalgeschützten Immobilie sicherzustellen. Hierfür werden in den ersten Jahren des Vertrags 780.000 Euro eingeplant. Insgesamt summieren sich die Kosten für das Berliner Ensemble auf über zwei Millionen Euro jährlich, inklusive Vergütungen an die landeseigene Immobiliengesellschaft BIM. Bis 2033 können sich die Kosten auf insgesamt 13 Millionen Euro belaufen, einschließlich der jährlichen Subventionen für den Spielbetrieb, die zuletzt bei etwa 20 Millionen Euro lagen.

Laut der Kulturverwaltung haben die Abgeordneten keine andere Wahl, als diesen zusätzlichen Ausgaben zuzustimmen. "Die Anmietung ist notwendig, da der Spielbetrieb des Berliner Ensembles ohne sein Stammhaus am Bertolt-Brecht-Platz nicht aufrechterhalten werden könnte", erklärt die Staatssekretärin. Daher dürfe man nicht bis zur Erstellung eines neuen Haushalts für 2028/29 warten, zumal der aktuelle Mietvertrag bis Ende 2027 läuft.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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