Martin Gutzeit: DDR-Oppositioneller und Stasi-Experte verstorben
Martin Gutzeit, ein einflussreicher Oppositionspolitiker aus der ehemaligen DDR und Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei in der DDR, ist im Alter von 74 Jahren verstorben. Laut einer Bestätigung seines langjährigen Freundes und politischen Weggefährten Stephan Hilsberg, erlag Gutzeit am Dienstag im Krankenhaus seinen gesundheitlichen Problemen. Der "Tagesspiegel" hatte zuvor über sein Ableben berichtet.
Der Berliner Aufarbeitungsbeauftragte Frank Ebert ehrte Gutzeit als einen mutigen Köpfe der Opposition und einen originellen Denker. In einer offiziellen Stellungnahme betonte er: „Mit ihm verliert Berlin einen herausragenden Akteur der Friedlichen Revolution und der Aufarbeitung der SED-Diktatur.“
Geboren als evangelischer Theologe, gründete Gutzeit im Oktober 1989 zusammen mit Markus Meckel die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP). Im Jahr 1990 wurde er als SPD-Abgeordneter in die erste frei gewählte Volkskammer der DDR gewählt und war somit von Oktober bis Dezember auch Mitglied des Bundestages. Von 1993 bis 2017 übernahm er die Rolle des Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und widmete sich der Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Sein Weggefährte Hilsberg, ebenfalls ein Gründungsmitglied der Ost-SPD, beschrieb Gutzeit als „mutig und klug“. Er habe der Widerstandsbewegung in der DDR mit seiner visionären Idee zur Gründung einer sozialdemokratischen Partei „den entscheidenden Push“ gegeben. „Das ist der radikalste Schritt zur Entmachtung der SED gewesen“, so Hilsberg bei der Würdigung seines Freundes.
- Berlin-Wahl 2026: So wird der Bezirksbürgermeister gewählt
- Die Bezirksverordnetenversammlung: Wichtige Rolle der BVV in Berlin
Über den Autor
Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!