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Babyboomer: Immobilienmarkt in Berlin vor großen Veränderungen

Markus S. · 18. Oktober 2026, 15:46 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 12 Aufrufe
Babyboomer: Immobilienmarkt in Berlin vor großen Veränderungen

Während sich auch im eigenen Zuhause lebende Babyboomer im Ruhestand wohlfühlen, stellt sich die Frage, was mit deren Immobilien passiert, wenn sie pflegebedürftig werden oder versterben. Nach Expertenmeinung könnte ein "Silver Tsunami" auf Deutschland zusteuern, bei dem Millionen von Häusern und Wohnungen auf den Markt kommen könnten.

Eine Untersuchung des Kölner Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) für den Verband der Sparda-Banken zeigt jedoch, dass diese Entwicklung in Berlin auf ein Problem stoßen könnte. In der Hauptstadt besitzen Eigentümer ab 65 Jahren etwa 93.000 Immobilien, während der junge Mietersektor zwischen 30 und 44 Jahren ungefähr 434.000 Menschen umfasst. Dies bedeutet, dass das mögliche Angebot nur etwa 21 Prozent der Nachfrage decken kann.

Verglichen mit anderen deutschen Städten ist die Lage für die junge Generation in Berlin besonders ungünstig. In Leipzig wird diese Deckung gar nur zu 17 Prozent erreicht. Auch in Potsdam und an weiteren Orten wie Dresden oder Frankfurt am Main ist die Situation unvorteilhaft, wo die Deckungsquoten bei 23 bis 36 Prozent liegen.

Berücksichtigt man die umlandnahen Regionen, verbessert sich die Situation in Berlin auf eine Deckungsquote von 28 Prozent, bleibt jedoch unzureichend. Im Vergleich zu Leipzig, wo die Quote insgesamt besser ist, rangiert Berlin in dieser Analyse sogar am unteren Ende. München folgt mit einer Deckungsquote von 35 Prozent auf den vorletzten Platz.

Eine weitere Analyse zeigt, dass in 34 von 70 untersuchten Großstädten das Wohnungsangebot älterer Eigentümer, selbst unter Berücksichtigung des Umlands, nicht ausreicht. Die Studie stellt fest, dass die 5,3 Millionen älteren Eigentümerhaushalte bundesweit auf eine ähnliche Anzahl jüngerer Nachfrager treffen. Das große Problem ist jedoch, dass die Immobilien oft nicht dort sind, wo die Nachfrage am höchsten ist.

In 300 Landkreisen in Deutschland ist der Anteil älterer Eigentümerhaushalte höher als der jüngerer Mieterhaushalte, wobei das Angebot in ländlichen Gegenden überwiegt. Beispielsweise ist in der Südwestpfalz das Verhältniss viermal so hoch wie die potenzielle Nachfrage der jüngeren Mieterhaushalte.

Pekka Sagner, ein Immobilienökonom am IW, hebt hervor, dass der demographische Wandel zwar neue Chancen bietet, jedoch ein freiwerdendes Eigenheim auf dem Land das Wohnraumproblem in der Stadt nicht löst. Zudem bleibt unklar, ob die Immobilien tatsächlich verfügbar werden.

Die Untersuchung zeigt auch, dass viele ältere Eigentümer ihr Zuhause nicht aufgeben, selbst wenn es für sie zu groß geworden ist. 37 Prozent der über 65-Jährigen bewerten ihre Wohnungen als zu groß, während 35 Prozent der jüngeren Mieter ihre Wohnungen als zu klein empfinden.

Die Studie stellt auch fest, dass ältere Eigentümer fast doppelt so viel Wohnraum pro Kopf besitzen im Vergleich zu jüngeren Mietern, mit einer Wohnfläche von durchschnittlich 65 bis 70 Quadratmetern pro Person.

Florian Rentsch, der Vorsitzende des Verbands der Sparda-Banken, ist der Ansicht, dass der Begriff "Silver Tsunami" unpassend ist. Er betont, dass diese demografische Entwicklung zwar mehr Wohnraum schaffen wird, jedoch nicht dort, wo die Nachfrage am höchsten ist.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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