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Denkzeichen für herausragende Mediziner: Rapoports Ehrung in Pankow

Markus S. · 31. Oktober 2026, 11:39 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Denkzeichen für herausragende Mediziner: Rapoports Ehrung in Pankow

Am Freitag wurde in Pankow-Niederschönhausen ein Denkzeichen zu Ehren der Mediziner Ingeborg Rapoport und Samuel Mitja Rapoport feierlich eingeweiht. Die steinerne Gedenktafel wurde von der Gedenktafelkommission des Bezirks in Auftrag gegeben. Außerdem wird die umgebende Grünfläche, bekannt als „Intelligenzberg“, im Jahr 2025 in Rapoport-Park umbenannt. Das Ehepaar hat über viele Jahre die Neugeborenenstation an der Charité Berlin geprägt. Die bemerkenswerte Lebensgeschichte von Ingeborg Rapoport inspirierte eine Figur in der beliebten TV-Serie „Charité“ und war auch Thema des Dokumentarfilms „Die Rapoports – Unsere drei Leben“.

Inge Rapoports Leben war geprägt von extremen Herausforderungen. Mit ihren Erinnerungen, die den Titel „Meine ersten drei Leben“ tragen, beschreibt sie die zahlreichen Neuanfänge, die sie durchleben musste. Geboren als Ingeborg Syllm im Jahr 1912 in Hamburg, studierte sie Medizin, wurde jedoch aufgrund der nationalsozialistischen Rassengesetze 1938 die Promotion verweigert. Infolgedessen emigrierte sie in die USA, wo sie eine weitere medizinische Ausbildung absolvierte und sich auf Kinderheilkunde spezialisierte. In der dritten Staffel der historischen Serie tritt die jüdische Kinderärztin Dr. Ingeborg Rapoport, gespielt von Nina Kunzendorf, auf.

In den USA begegnete Inge ihrem zukünftigen Ehemann Mitja Rapoport. Dieser wurde 1948 für seine bedeutenden Beiträge zur Blutkonservierung mit dem „Certificate of Merit“ geehrt, einer der höchsten militärischen Auszeichnungen in den USA. Doch während der McCarthy-Ära wurden beide als vermeintliche Kommunisten verfolgt. Samuel Mitja Rapoport kehrte nicht von einer Konferenz in der Schweiz zurück, und Ingeborg folgte ihm mit den vier gemeinsamen Kindern nach Europa. Nur im dritten Lebensabschnitt konnten sie als angesehene Ärzte an der Charité in der damaligen DDR ohne Verfolgung wirken.

Mitja Rapoport war von 1952 bis 1978 Direktor des Instituts für Physiologische Chemie an der Humboldt-Universität. Laut Angaben des Bezirksamts zählte er zu den einflussreichsten Biochemikern seiner Zeit und vervielfachte die Lagerfähigkeit von Blutkonserven erheblich. Er war Mitglied der Akademie der Wissenschaften und erhielt den Nationalpreis der DDR sowie die Präsidentschaft der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften in Berlin im Jahr 1993.

Die Rapoports hinterließen einen bleibenden Eindruck in Pankow und prägten, wie der Bildungsverein Helle Panke bemerkte, das akademische Leben in der DDR durch ihre wissenschaftlichen Errungenschaften und ihr Engagement für die Medizin. Sie waren Vorbilder und Mentoren für viele Ärzte. Ingeborg Rapoport hatte 1969 den ersten Lehrstuhl für Neonatologie in Europa inne und spielte eine maßgebliche Rolle bei der Senkung der Säuglingssterblichkeit. 2015 erlangte sie internationale Aufmerksamkeit, als sie mit 102 Jahren nachträglich an der Universität Hamburg promovierte, nachdem ihr diese Gelegenheit 77 Jahre zuvor wegen ihrer Herkunft verwehrt worden war.

Der Dokumentarfilm über das Leben des Paares wurde 2003 veröffentlicht und zeigt Rückblicke von Freunden, Weggefährten und ihren Kindern. Der Filmschaffende Pete Seeger kommt ebenfalls zu Wort und blickt auf die musikalische Begleitung des Paares während ihrer Zeit zurück. Der Film zeichnet die große Liebe zwischen Ingeborg und Mitja Rapoport nach, die bis ins hohe Alter offenbarte, dass sie noch immer frisch verliebt waren.

Zur Enthüllung des Denkzeichens kamen zahlreiche Ehemalige, Freunde sowie Familienangehörige, darunter Matthias David, ein leitender Oberarzt an der Berliner Charité, sowie drei von vier Kindern des Paares: Susan Richter, Tom Rapoport, der an der Harvard Medical School arbeitet, und Lisa Lange. Der vierte Sohn, Mathematiker „Mikey“ Rapoport, war auf dem Weg nach China.

Tom Rapoport reiste für die Veranstaltung extra aus Boston an und bezeichnete seine Eltern als „beinahe unerreichbare Vorbilder“. Die Töchter erinnerten sich an die Leidenschaft, die ihre Eltern für ihre Arbeit hatten, betonten jedoch, dass der Sonntag „ganz der Familie und dem Familienrat“ gewidmet sei.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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