Neue Asservatenstelle in Berlin: Polizei und Justiz kooperieren
Im Kriminalgericht Moabit lagern zahlreiche Asservate wie Waffen, Drogen und Diebesgut. Die Asservatenkammer der Staatsanwaltschaft ist jedoch mit etwa 35.000 Objekten auf 2.500 Quadratmetern überlastet, was die notwendigen Sicherheitsstandards gefährdet.
Nachdem im Juli 2025 ein Aufnahmestopp verhängt wurde, gibt es nun Pläne für eine gemeinsame Asservatenstelle von Polizei und Justiz im Südosten Berlins. Diese soll am Groß-Berliner-Damm 78 in Johannisthal errichtet werden, wie die Berliner Morgenpost aus der Senatsinnenverwaltung erfuhr. „Auf dem Grundstück soll das Kriminaltechnische Institut des Landeskriminalamtes Berlin sowie eine gemeinsame Asservatenstelle von Justiz und Polizei untergebracht werden“, lautet die Aussage der Behörden.
Der Beschluss zum Neubau des Kriminaltechnischen Instituts wurde bereits im Juli gefasst, wobei 190 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes eingeplant sind. Die realen Kosten sind jedoch weiterhin unklar und werden erst während der Vorplanung ermittelt. Der Baubeginn ist für 2030 vorgesehen, die Fertigstellung soll 2034 erfolgen.
Aktuell werden sichergestellte Gegenstände zunächst in Polizeidienststellen oder beim LKA verwahrt. Wenn die Staatsanwaltschaft in dem Verfahren aktiv wird, werden die meisten Asservate in die zentrale Stelle im Kriminalgericht Moabit überführt. Aufgrund des Aufnahmestopps ab Juli 2025 wurde die Polizei gebeten, geplante Durchsuchungen zu verschieben, wenn dies taktisch möglich ist.
Um mit der Unterbringung der Asservate umzugehen, wurden einige Beweisstücke zu externen Dienstleistern in Großbeeren transportiert oder in ungenutzten Gebäuden der Justizvollzugsanstalt Tegel gelagert. Gleichzeitig wird die Kammer im Kriminalgericht Moabit, welches 1906 eröffnet wurde, während des laufenden Betriebs saniert.
Seit Jahren bestehen Pläne für eine gemeinsame Asservatenstelle von Polizei und Justiz, jedoch blieb es bisher bei Absichtserklärungen. Am Mittwochnachmittag wird das Thema auch im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses behandelt.
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Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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