29.10.2026 | Berlin 12 °C bedeckt | AQI 44 mittel
Hauptstadt Report
Politik

Eralp kämpft gegen Einschüchterung: "Ich lasse mich nicht beugen"

Markus S. · 29. Oktober 2026, 12:23 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 6 Aufrufe
Eralp kämpft gegen Einschüchterung: "Ich lasse mich nicht beugen"

Elif Eralp, die Spitzenkandidatin der Linkspartei, hat sich angesichts von Berichten über ihre Sicherheitsbedenken entschieden geäußert. "Ich lasse mich von niemandem einschüchtern", erklärte sie. Ihre Betonung, dass die Sicherheit aller Berlinerinnen und Berliner für sie oberste Priorität hat, unterstreicht ihr Engagement in der möglichen Koalition mit Grünen und SPD. Auf die Berichterstattung des "Spiegel" wollte sie sich nicht im Detail äußern, da interne und private Informationen veröffentlicht wurden.

Eralp bekräftigte, dass sie "mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln" gegen organisierte Kriminalität und gewaltverherrlichende Organisationen vorgehen werde. "Ich möchte nicht nur für soziale, sondern auch für individuelle Sicherheit der Bürger in dieser Stadt sorgen", fügte sie hinzu. Auf die Frage, wie sie mit potenziellen Extremisten innerhalb der Fraktionen umgehen wolle, verwies sie entschieden auf frühere Erklärungen.

Maximilian Schirmer, der Landesvorsitzende der Linken, nahm Eralp in Schutz und sagte: "Wer sich um sich und seine Familie sorgt, muss sich dafür nicht schämen." Er betonte, dass sie und andere seit Monaten Anfeindungen, Bedrohungen und Beleidigungen ausgesetzt seien. Schirmer äußerte sich besorgt über die wiederholten Missachtungen von Sicherheitsbedenken durch die Behörden.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, reagierte schockiert auf den "Spiegel"-Bericht. Er kritisierte die Linke als unfähig, sich von Terrorsympathisanten und Antisemiten zu distanzieren, und appellierte an die möglichen Koalitionspartner, von einem gemeinsamen Bündnis abzusehen.

Bodo Ramelow vom Deutschen Bundestag äußerte, die Berichterstattung sei "fragwürdig". Er betonte, dass die intime Kommunikation von Eralp, die sich schutzlos fühle, nicht ausgenutzt werden dürfe, um ihre Eignung zur Regierenden Bürgermeisterin in Frage zu stellen. Dies sei unverantwortlich und verletze die betroffenen Personen.

Die Innensenatorin von Berlin, Iris Spranger, nahm die Sicherheitsbedenken Eralps ernst und stellte klar, dass niemand aufgrund seines öffentlichen Engagements eingeschüchtert werden sollte. Sicherheit müsse stets sorgfältig geprüft werden, um gegebenenfalls Schutzmaßnahmen zu ergreifen. In Bezug auf den Wahlkampf betonte sie, dass alle Spitzenkandidaten Sicherheitsgespräche angeboten bekommen hatten.

In ihrer ersten Rede begrüßte die neue Präsidentin des Abgeordnetenhauses, Hendrikje Klein, die politische Normalität ihrer Wahl und deren Bedeutung über 35 Jahre nach dem Fall der Mauer. Klein versprach, die Frauen im Parlament zu unterstützen und kritisierte die bestehenden Ungleichheiten in Bezug auf Geschlechtervertretung unter den verschiedenen Fraktionen.

Artikel teilen mit:

Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!

Kommentar schreiben