Hauptstadt Report
Unterhaltung

Ende für "Berlin lacht": Potsdamer Platz verliert Festival

Markus S. · 15. August 2026, 11:21 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Ende für "Berlin lacht": Potsdamer Platz verliert Festival

Das bekannte Internationales Straßentheaterfestival "Berlin lacht" wird im Jahr 2026 zum letzten Mal am Potsdamer Platz stattfinden. Laut Thomas Plattner, dem Festivalorganisator, stehen die neuen Nutzungs- und Vergaberegelungen des Bezirksamts Mitte, die ab 2027 in Kraft treten, hinter dieser Entscheidung. Diese Regelungen hätten es dem eigenwirtschaftlich finanzierten Kulturformat unmöglich gemacht, wirtschaftlich und organisatorisch tragfähig zu bleiben.

Die berühmten weißen Riesenclowns, die im Rahmen des Festivals auftreten, blicken nun trauriger auf die Menschenmengen am Hauptbahnhof, die hastig vorbeieilen, während viele keine Beachtung für die Kunstinstallation zeigen, die an Steven Kings Horrorfilm "Es" erinnert. Plattner zieht mit Bedauern eineBilanz der vergangenen Jahre: "In unserer Hochzeit zwischen 2014 und 2018 hatten wir vier bis sechs Spielorte am Alexanderplatz, die im Rhythmus von 45 Minuten parallel etwas anbieten. Es war ein richtiges Kultur-Highlight für alle Schichten."

Er erinnert sich an Zeiten, in denen zwischen 300 und 400 Künstler am Straßenfest auf dem Alexanderplatz teilnahmen. Der Rückgang habe sich mittlerweile auf lediglich 20 Künstler über den gesamten Monat verteilt reduziert. Plattner führt die Verantwortung für diesen dramatischen Rückgang vor allem auf die Maßnahmen des Bezirks Berlin-Mitte zurück. Auch das aus seiner Sicht belastende Interessenbekundungsverfahren (IBV) und die Jury, die für die Veranstaltungsentscheidungen verantwortlich ist, spielen eine entscheidende Rolle.

Das Festival "Berlin lacht", das 2004 ins Leben gerufen wurde, begann als ein kostenloses Straßenfest mit Jahrmarktbuden. Da der Event kaum noch wirtschaftlich tragbar ist, hat Plattner eine Kunstinstallation ins Leben gerufen, die bis zum 23. August am Hauptbahnhof zu sehen sein wird. Auf eine Anfrage vonseiten der Morgenpost erklärte eine Sprecherin des Bezirksamtes Mitte, dass die Vorwürfe von Plattner sie überrascht hätten. Das IBV sei vor sechs Jahren von der Bezirksverordnetenversammlung eingeführt worden und die Auswahl der Projekte liege in den Händen einer Jury.

Plattner zeigt sich von dieser Reaktion nicht überrascht und äußert: "Die ganzen Veranstaltungen am Alexanderplatz interessieren die nicht wirklich. Ich habe bereits mit dem Kulturausschuss gesprochen. Die jetzige Situation ist nicht mit Absicht entstanden, so wurde mir gesagt." Diese Aussagen deutet er als Gleichgültigkeit. Für ihn wäre es wünschenswert, wenn die Jury nicht mehr Entscheidungen trifft, die die Künstler ausbaden müssten.

Er stellte auch klar, dass es nicht nur um individuelle Auflagen gehe, sondern um die Vielzahl der Vorschriften, die den Veranstaltern das Leben schwer machen. Einige Beispiele sind eine neue Taxivorfahrtstraße oder unzureichende Flächen, die verletzt werden müssen, was das Budget der Veranstaltung beeinflusst.

„Berlin lacht“ ist ein sehr wichtiges Event, das Menschen jeden Alters und aus verschiedenen kulturellen Schichten zusammenführt. In den letzten Jahren gab es besondere Auftritte, die eine Einheit und Liebe unter den Menschen gefördert haben. Ein solches Event sei nach Plattners Meinung wichtiger denn je.

Die Installation, die zur Unterstützung der Straßenkunst ins Leben gerufen wurde, stammt von Adam Read, einem Künstler aus Australien, der mit der Kostümdesignerin Olga Dumova zusammenarbeitete. Im Rahmen des Festivals wird das Event vom 26. August bis 13. September am Potsdamer Platz stattfinden, mit kostenlosem Eintritt und der Bitte um Spenden.

Artikel teilen mit:

Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!

Kommentar schreiben