Ryanair-Rückzug vom BER: Eine schmerzhafte Entscheidung
Der angekündigte teilweise Rückzug von Ryanair, Europas führendem Billigflieger, hat bereits spürbare Auswirkungen auf den Hauptstadtflughafen BER. Aletta von Massenbach, die Chefin des Flughafens, äußerte sich besorgt und prognostiziert, dass die Anzahl der Passagiere in diesem Jahr auf 25,7 Millionen sinken wird, im Vergleich zu 26,1 Millionen im Vorjahr. Sie bezeichnete dieses Phänomen als "Ryanair-Effekt".
Für das nächste Jahr rechnet man sogar mit einem weiteren Rückgang auf 25 bis 25,2 Millionen Passagiere. Ursprünglich plante der Flughafen für 2027 die Abfertigung von bis zu 27 Millionen Passagieren. Zwar werden die wegfallenden Passagiere von anderen Airlines teilweise kompensiert, jedoch nicht in vollem Umfang, so von Massenbach. Dies zwingt den Flughafen, eine Sparrunde einzuleiten, bei der alle Kosten überprüft und Investitionen aufgeschoben werden.
„Das ist ein heftiger Schlag“, kommentierte von Massenbach die Ryanair-Ankündigung. Ab dem 24. Oktober wird die irische Fluggesellschaft ihre Basis am BER mit sieben Flugzeugen und den dazugehörigen Crews schließen. Während Berlin weiterhin von Ryanair angeflogen wird, verringert sich das bestehende Angebot um etwa die Hälfte, was einem Verlust von circa 2,5 Millionen Sitzplätzen pro Jahr entspricht.
Ryanair bezeichnet den Berliner Flughafen als "erfolglosesten Flughafen Europas". Von Massenbach zeigte Verständnis für die Frustration der Airline über hohe Kosten in Deutschland und merkte an, dass die Kritik sich hauptsächlich gegen den Bund richtet: „Alles, was sie über den BER sagen, richtet sich gegen Deutschland.“ Die Luftfahrtindustrie kritisiert seit langem die relativ hohen staatlich verursachten Steuern und Gebühren in Deutschland, die als wesentlicher Grund für das schwächere Wachstum des Luftverkehrs in Deutschland im Vergleich zum Rest Europas seit der Corona-Pandemie gelten.
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Über den Autor
Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.
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