300 neue Wohnungen und Zukunft des RAW-Geländes gesichert
Nach monatelangen Unsicherheiten ist die Zukunft des RAW-Geländes in Friedrichshain endlich gesichert. Am Dienstagnachmittag präsentierten die Senatsbauverwaltung, der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und die Eigentümer ein Finanzierungsmodell, das sicherstellt, dass die Clubs, Gastronomiebetriebe und Kulturschaffenden in dem Areal bleiben können. Neben der Sicherung der kulturellen Nutzung werden auch 300 Mietwohnungen errichtet.
Ein Drittel dieser neuen Wohnungen wird geförderter Wohnungsbau sein, jedoch werden keine Eigentumswohnungen entstehen, betonte Lauritz Kurth, Geschäftsführer der Kurth-Gruppe aus Göttingen, die 52.000 Quadratmeter des Geländes vor elf Jahren erworben hat. Für den Bereich soll ein eigenes Bebauungsplan-Verfahren initiiert werden.
Um die Kulturbetriebe zu schützen, die derzeit etwa 80 Plätze im RAW-Gelände einnehmen, hat das Bauamt unter der Leitung von Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) besondere Vorkehrungen getroffen. Die Bauabsichten von Kurth umfassen Büros, Gastronomie und andere Dienstleistungen. Ein wichtiges Element des neuen Plans ist die Übernahme der Mietverträge durch den Bezirk für maximal drei Jahre, beginnend im September. Der Bezirk wird somit zum Vermieter und entlastet die Eigentümer von der Verantwortung, die teilweise in einem schlechten Zustand befindlichen Gebäude instand zu halten.
Am Dienstag gab die Bezirksverordnetenversammlung ihre Zustimmung zu einem Interimsvertrag. Um die endgültige Rettung des RAW-Geländes zu verwirklichen, müssen nun auch die Mitglieder des Hauptausschusses des Abgeordnetenhauses zustimmen. Diese wichtigen Entscheidungen stehen Anfang September an.
Während der drei Jahre als Vermieter muss der Bezirk einen geeigneten Träger finden, der nach Ablauf dieser Frist die Rolle des Generalvermieters übernehmen kann. Ab diesem Zeitpunkt wird die Kurth-Gruppe für mindestens 30 Jahre den Erhalt der kulturellen Nutzung auf dem Gelände garantieren.
Das gemeinsame Rahmenabkommen zwischen den Beteiligten sieht zudem vor, dass der Bezirk innerhalb der nächsten drei Jahre einen Bebauungsplan erstellt. Dieser beinhaltete neben einem 100-Meter-Turm auch die Wohnbebauung, die von der Kurth-Gruppe später in den Plan aufgenommen wurde.
Um die Betriebskosten für die 80 Betriebe anzuheben, wird die Miete von derzeit rund 4,50 Euro pro Quadratmeter während der drei Jahre auf etwa neun Euro angehoben, die an die Eigentümer weitergegeben werden. Für die Differenz und den Erhalt des Bestandes investiert der Bezirk zwei Millionen Euro, während das Land eine Million Euro bereitstellt.
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Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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