Hauptstadt Report
Welt

Schillingstraße wird zur lebendigen Promenade: Planung schreitet voran

Markus S. · 11. September 2026, 12:34 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Schillingstraße wird zur lebendigen Promenade: Planung schreitet voran

Im Jahr 1963 wurde die Schillingstraße in Mitte zur ersten Fußgängerpromenade der DDR ernannt. In den letzten Jahrzehnten hat die Straße als Einkaufs- und Flaniermeile jedoch stark an Attraktivität verloren. Der Bezirk Mitte hat nun das Ziel, die Schillingstraße und ihren großzügigen Gehweg wieder in eine lebendige Promenade zu verwandeln. Dazu sind neue Gebäude geplant, und auch grüne Elemente sollen Teil des Konzepts werden. Der Wettbewerb zur Umgestaltung ist bereits abgeschlossen.

Unter dem Projektnamen "Schillingpromenade" wird die Straße zwischen dem Bahnhof Jannowitzbrücke und dem U-Bahnhof Schillingstraße nach den Plänen des Berliner Büros Franz Reschke Landschaftsarchitektur neugestaltet. Am 28. August 2026 wählte das Preisgericht diesen Entwurf aus zwölf eingereichten Vorschlägen aus. Anwohner hatten zuvor die Möglichkeit, Feedback zu geben, das weiterhin bis zum 2. November online eingebracht werden kann.

Laut dem Bezirk hat die Schillingstraße viel von der ursprünglichen Anziehungskraft und den vielfach vorhandenen Geschäften, die den Charme der 1960er Jahre prägten, verloren. Der Großteil der einstöckigen Pavillons, in denen Geschäfte untergebracht waren, ist mittlerweile verschwunden. Es sind jedoch bereits Pläne zur Wiederbebauung dieser Flächen in Sicht; dabei entstehen Wohngebäude mit Gewerbeflächen im Erdgeschoss. Dennoch fehlt es der Umgebung, die sich nahe dem Alexanderplatz befindet, an Farbe und echter Belebung.

Der Siegerentwurf von Franz Reschke sieht die Schaffung eines neue Stadtplatzes vor. Dieser soll mit einer Platzbühne und zahlreichen neuen Bäumen ausgestattet werden. Die Pflanzflächen, die im Vorfeld angelegt wurden, werden darüber hinaus vergrößert, und insgesamt sollen 75 Bäume integriert werden. Ein Brunnen sowie Wasserspiele werden den neuen Stadtraum auf dem Brunnenplatz nördlich der Singerstraße angenehm erfrischen, während drei Trinkbrunnen zusätzlich für Abkühlung sorgen.

Ein weiterer bedeutender Aspekt ist die Umwandlung der Schillingstraße in eine Fahrradstraße. Die Parkplatzanordnung wird überarbeitet, wobei nach Abschluss der Bauarbeiten voraussichtlich noch 100 Parkplätze zur Verfügung stehen werden. Entlang der Ränder der Schillingstraße werden zahlreiche Sitzgelegenheiten und Spielmöglichkeiten eingerichtet, die an die Designs von Ost-Berlinern Bänken von Fritz Kühn angelehnt sind. Außerdem sind neue schlanke Lichtstelen für eine verbesserte Straßenbeleuchtung in Planung, die für ein klareres Licht sorgen und unangenehmes Streulicht vermeiden sollen.

Die Kosten für die Umgestaltung belaufen sich auf mindestens elf Millionen Euro. Erste Schritte der Neugestaltung sind bereits vollzogen; an der Karl-Marx-Allee hat die Mokka-Milch-Eisbar nach einem Umbau ihre Türen wieder geöffnet. Auch das Kino International hat seine Renovierung abgeschlossen. Am südlichen Ende der Schillingstraße entstehen zudem Neubauten mit den Namen "Jaho" und "Central Tower". Alle Informationen zum ausgewählten Siegerentwurf sind hier verfügbar.

Artikel teilen mit:

Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!

Kommentar schreiben