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Besorgniserregender Anstieg von Schutzstatus-Rücknahmen bei Syrern in Deutschland

Markus S. · 16. August 2026, 11:05 Uhr · 2 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Besorgniserregender Anstieg von Schutzstatus-Rücknahmen bei Syrern in Deutschland

Die Zahl der Syrer, die ihren Flüchtlingsstatus in Deutschland verlieren, steigt kontinuierlich. Dies geht aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor. Im Jahr 2025 zeigte sich, dass von Januar bis Juni fast ein Viertel (23,2 Prozent) der 8320 durchgeführten Statusüberprüfungen in der Rücknahme oder dem Widerruf des Schutzstatus endeten. Zum Vergleich: 2025 lag dieser Wert nur bei 3,7 Prozent und 2024 bei 3,1 Prozent. Ein Widerruf erfolgt, wenn etwa die Sicherheitslage im Herkunftsland sich grundlegend ändert oder falsche Angaben im Asylverfahren gemacht wurden.

Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf kehrten 2025 insgesamt 3678 syrische Flüchtlinge freiwillig in ihre Heimat zurück. Besonders in Berlin leben rund 70.000 Menschen syrischer Herkunft, eine der größten ausländischen Gruppen. Davon sind etwa 41.000 syrische Staatsangehörige, während rund 29.000 bereits die deutsche Staatsbürgerschaft erlangt haben. Die überwiegende Mehrheit dieser Gruppe ist in Stadtteilen wie Wedding, Gesundbrunnen, Neukölln und Spandau ansässig. Seit dem vergangenen Samstag gibt es auch wieder eine direkte Flugverbindung nach Damaskus.

Die Rückkehr von Hunderttausenden Syrern in ihre Heimat hat sich seit dem Abgang des Diktators Baschar al-Assad im Dezember 2024 verstärkt. Nach seinem 15-jährigen Regime floh Assad nach Russland und wurde vor kurzem in Abwesenheit verurteilt. In der Folge übernahm die durch Islamisten geführte Miliz Haiʾat Tahrir asch-Scham (HTS) die Kontrolle über das Land. Die Zahl der Asylanträge von Syrern in Deutschland zeigt einen dramatischen Rückgang nach dem Sturz von Assad: Von 2013 bis Mitte 2023 stellten fast eine Million (978.761) Syrer Asylanträge, während im ersten Halbjahr dieses Jahres weniger als 5000 Anträge eingingen. Während während der Bürgerkriegsjahre nahezu alle Anträge positiv beschieden wurden, wurde im ersten Halbjahr dieses Jahres laut Bundesregierung bei zwei von drei Anträgen (68,6 Prozent) abgelehnt.

Die Rückführungen nach Syrien gestalten sich allerdings schwierig, da sie die Kooperation mit der syrischen Regierung erfordern, die bislang nicht gegeben ist. 2025 fand die erste Abschiebung nach Syrien seit Beginn des Bürgerkriegs statt, im ersten Halbjahr 2026 gab es drei Abschiebungen.

Zahlreiche Syrer sind in Deutschland in sogenannten Engpassberufen tätig, insbesondere im Einzelhandel, Gesundheitswesen, bei Zeitarbeitsfirmen, in der Gastronomie sowie in Kurierdiensten.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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