Hitzige Feier bei "Rave the Planet" mit polizeilicher Kontrolle
Am Samstag feierten Zehntausende bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen, die über 30 Grad kletterten, auf der Technoparade "Rave the Planet" auf der Straße des 17. Juni. Die Atmosphäre war heiter und die Teilnehmer waren in bunten Kostümen verkleidet, passend zum Motto "Imagine Love".
Sandra (41) und Vanessa (38) stachen mit ihren auffälligen Outfits hervor. Kurz vor der Veranstaltung hatten sie unschlüssig abgewogen, ob sie hingehen sollten. Schließlich überwogen die Neugier und der Spaß, wie die beiden Freundinnen berichteten. "Ich bin heute das erste Mal hier", erzählte Sandra der Berliner Morgenpost. Sie sei nie bei früheren Events oder der Vorgängerveranstaltung, der Loveparade, dabei gewesen. "Aber es ist echt super!" Auch Vanessa konnte nur zustimmen, dass sich der Besuch gelohnt habe.
Ebenfalls aus Österreich angereist war Florian, der ein T-Shirt trug, welches er am 11. Juli 1998 erwarb, das Datum prangte in glitzernden Ziffern auf seinem Ärmel. "Damals haben sie in den Büschen noch Pornos gedreht", erinnerte sich der 45-Jährige. Heute komme er mit seiner Partnerin nach Berlin und übernachte im Hotel. Der spirituelle Vibe und die Atmosphäre erinnerten ihn an frühere Zeiten: "Ein tolles Event!"
Die Veranstaltung zog nicht nur Einheimische an, sondern auch internationale Gäste. So traf die Morgenpost vor Ort auf Anders aus Dänemark und Sandy aus Schweden, ein Paar, das regelmäßig zur Parade kommt. Anders, 47 Jahre alt, äußerte, dass er in seiner Jugend bereits die Loveparade besucht habe, und blickte nostalgisch zurück: "Die Loveparade war viel besser, es war mehr Untergrund", doch auch "Rave the Planet" gefiel ihm.
Die hohe Temperatur war ein zentrales Thema des Tages. Die Polizei sorgte am Großen Stern alle 15 bis 20 Minuten mit Wasserwerfern für Erfrischung. Ein Polizist gab einen Countdown aus, der von Jubel der Menge begleitet wurde, bevor die Menschen im erfrischenden Wasser tanzten. Viele Feiernde suchten die schattigen Plätze im Tiergarten auf, um sich bei der Hitze eine Pause zu gönnen. Sanitäter waren ebenfalls im Einsatz, um gesundheitliche Probleme aufgrund der hohen Temperaturen zu behandeln.
Um 14 Uhr erinnerte eine Schweigeminute an den Terroranschlag auf den Christopher Street Day am 25. Juli. Dieser Gedenkaufruf kam von Dr. Motte, Mitgründer der Loveparade und "Rave the Planet". Infolge des Vorfalls wurden die Sicherheitsvorkehrungen maßgeblich verschärft. Das gesamte Veranstaltungsgelände wurde großzügig abgesperrt, und mehrere Zugänge waren blockiert. An dem Ort, wo der Attentäter Abdul Ballout in den Tiergarten fuhr, wies die Polizei Personen an, die dort Fotos machten, auf die Sicherheitsmaßnahmen hin. Insgesamt waren 1500 Einsatzkräfte vor Ort, auch an kritischen Punkten wie der Yitzhak-Rabin-Straße und dem Brandenburger Tor.
Trotz der friedlichen Grundatmosphäre gab es jedoch auch Zwischenfälle: Die Polizei berichtete von 39 Festnahmen, überwiegend wegen Körperverletzung und anderer Straftaten.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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