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Steffen Krach wehrt sich gegen Vorwürfe: "Betrifft mich persönlich sehr"

Markus S. · 10. September 2026, 11:05 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 2 Aufrufe
Steffen Krach wehrt sich gegen Vorwürfe: "Betrifft mich persönlich sehr"

Die Berliner SPD lud kurzfristig zu einer Pressekonferenz mit ihrem Spitzenkandidaten Steffen Krach in das Kurt-Schumacher-Haus in Wedding ein. Krach machte in seinen einleitenden Bemerkungen auf die politische Gewichtung seiner Entscheidungen in der Region Hannover aufmerksam. Er berichtete von Morddrohungen, die ihm während einer Mai-Kundgebung gemacht worden seien.

Energisch wies Krach den Vorwurf der Selbstbereicherung von sich: „Ich habe niemals privat Geld angenommen und ich habe auch niemals als SPD-Vorsitzender hier in Berlin eine Spende angenommen.“ Hintergrund der Pressekonferenz sind die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover, die am Mittwoch mit Durchsuchungen in seiner Berliner Wohnung und der SPD-Landeszentrale einhergingen. Krach wies die Vorwürfe entschieden zurück und erklärte: „Ich werde alles dafür tun, heute, morgen und in den nächsten Monaten schnell aufzuklären.“

In Bezug auf die Durchsuchung reagierte Krach emotional: „Der Vorwurf der Bereicherung trifft mich persönlich sehr“. Er berichtete, dass es für ihn und seine kleinen Kinder belastend gewesen sei, als plötzlich eine Gruppe von neun Ermittlern in seiner Wohnung erschienen sei. „Ich habe nicht einmal gewusst, dass gegen mich ermittelt wird“, fügte er hinzu und wollte sich nicht zu den Durchsuchungsmodalitäten äußern. Krach bemerkte, dass er nicht sicher sei, ob der Moment der Durchsuchung vor den Kommunalwahlen in Niedersachsen und der Wahl in Berlin „absolut notwendig war“.

Er wählte auch Worte des Bedauerns über das Vorgehen der Ermittler, die ein iPad sowie alte Handys sicherstellten, und berichtete, dass er sein laufendes Gespräch mit der Innensenatorin Iris Spranger (SPD) nicht zu Ende führen konnte, da ihm das Mobiltelefon abrupt abgenommen wurde.

Krach erläuterte zudem, dass er sich um den Aufbau eines Gesundheitszentrums in einem geschlossenen Klinikgebäude in Lehrte eingesetzt habe und dass es bei der Vergabe mehrere Bieter gegeben habe. Trotz seiner Bemühungen habe letztendlich ein anderer Bieter den Zuschlag erhalten. Krach hatte in der Sitzung nicht abgestimmt, da er keinen direkten Kontakt zu dem fraglichen Unternehmer gehabt habe. Nach der Beantragung einer Spende, die am 29. Dezember 2025 bei der SPD einging, ließ er diese am 9. Januar zurücküberweisen.

Sven Heinemann, SPD-Landesgeschäftsführer, bestätigte, dass auch die SPD-Landeszentrale am Mittwoch durchsucht wurde. Er war an diesem Tag nicht anwesend, und Krach verfügt im Kurt-Schumacher-Haus nicht über ein eigenes Büro, sondern teilt sich einen Raum mit seiner Ko-Landesvorsitzenden Bettina König, die Immunität genießt. Heinemann informierte, dass im Durchsuchungsbeschluss keine Spenden oder Bestechungssachen aufgeführt wurden, sondern es sich um eine Wettbewerbsangelegenheit handelte.

Obwohl sein Mobiltelefon bei der Durchsuchung beschlagnahmt wurde, erklärte Krach, dass er weiterhin Wahlkampf betreiben werde und sich von seiner Partei weiterhin unterstützt fühle. Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass die Fachabteilung des Niedersächsischen Justizministeriums die Durchsuchungsmaßnahmen genehmigte, wobei die Ministerin erst am Morgen nach den Durchsuchungen über den Namen des Beschuldigten informiert wurde.

Die Fraktionsvorsitzenden Raed Saleh und die Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey bekräftigten nach den Vorwürfen ihre Unterstützung für Krach. Saleh erklärte, dass die Fraktion keinen Anlass zur Sorge bezüglich der Relevanz der Anschuldigungen sehe, während Giffey auf die Unschuldsvermutung hinwies und feststellte, dass Krach transparent mit den Vorwürfen umgegangen sei. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da die Wahlen in Berlin unmittelbar bevorstehen.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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