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Elterntaxis gefährden Kinder vor Berliner Grundschule

Julian K. · 30. September 2026, 03:36 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 3 Aufrufe
Elterntaxis gefährden Kinder vor Berliner Grundschule

Jeden Morgen ab etwa 7.30 Uhr staut sich der Verkehr vor der Schweizerhof-Grundschule in einer engen Nebenstraße des Teltower Damms. Autofahrer aus Berlin und Brandenburg zeigen oft rücksichtsloses Verhalten, das nicht nur für die Kinder gefährlich ist. Während die Schulleitung, die Eltern und der Bezirk gegen das Chaos an der Leo-Baeck-Straße ankämpfen, haben besorgte Eltern dem zuständigen Stadtrat Urban Aykal (Grüne) einen umfassenden Forderungskatalog übergeben.

Das Problem ist die enge Straßensituation: Auf der Leo-Baeck-Straße können sich auf 500 Metern nur zwei Autos gerade so passieren, insbesondere wenn ein SUV dazwischen ist. Ab halb acht blockieren die Eltern mit ihren Fahrzeugen eine Straßenseite, was die gesamte Straße auf einen einspurigen Verkehr reduziert. Linda Wichert vom Förderverein der Schule berichtet von gefährlichen Situationen, in denen Autos auf den Bürgersteig ausweichen müssen, während Kinder dort laufen oder mit dem Rad unterwegs sind.

Diese morgendlichen Chaos-Szenen sorgen für ein hohes Risiko. Ein Vorfall zeigt das deutlich: Ein Fahrer eines Mercedes weicht einem entgegenkommenden Auto aus und lenkt sein Fahrzeug auf den Bürgersteig, wo sich zahlreiche Kinder bewegen. Eine andere Mutter parkt im Halteverbot nahe einem Parkausgang, wodurch die Sicht der Kinder auf die Straße erheblich eingeschränkt wird.

Nach nur einer halben Stunde beobachtet Linda Wichert mehr als 15 Verkehrsverstöße. Ihr Sohn Oskar, der als Schülerlotse tätig ist, musste eines der anderen Kinder mit einem lauten „Stopp!“ vor einem links abbiegenden SUV warnen. Wichert betont, dass für eine Verbesserung der Situation nicht eine einzige Lösung nötig sei, sondern viele kleine Maßnahmen in Zusammenarbeit mit der Schule, den Eltern, dem Bezirk und der Senatsverkehrsverwaltung.

Währenddessen hat die Schulgemeinschaft Forderungen auf vier Seiten gesammelt, um die Schulwege sicherer zu machen. Ziel ist zu erreichen, dass Kinder selbstständig zur Schule gelangen können. Der Bezirk wird aufgefordert zu prüfen, ob die Leo-Baeck-Straße als Schul-, Einbahn- oder Fahrradstraße umgebaut werden kann. Temporäre Sperrungen des Durchgangsverkehrs während der Schulzeiten sowie die Einrichtung eines Zebrastreifens und einer klaren Radverkehrsführung werden ebenfalls gefordert.

Des Weiteren soll nicht der gesamte Autoverkehr eingeschränkt werden; vielmehr wird eine „Kiss & Go-Zone“ angeregt, um Kindern an einem sicheren Ort aus den Fahrzeugen helfen zu können. Auch eine der letzten Elternvorschläge war, den Eltern auf dem Teltower Damm eine Möglichkeit zu bieten, sicher zu parken.

Stadtrat Aykal hat sich während eines Vor-Ort-Termins den Elternvorschlägen gestellt. Ein Vater forderte Geschwindigkeitskontrollen durch Blitzer, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, während eine Mutter die Idee eines temporären Parkverbots ablehnte. Aykal plant, Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und die Möglichkeit einer Fahrradstraße zu evaluieren, und möchte im November oder Dezember wieder zu einem Treffen einladen, um über realisierbare Strategien zu berichten.

Nach den Wahlen bleibt ungewiss, welche Position Aykal in Zukunft haben wird, da sowohl eine mögliche Zählgemeinschaft aus SPD, Linkspartei und Grünen als auch aus CDU und Grünen diskutiert wird. Insgesamt wächst der Druck auf das Bezirksamt, den Eltern der Schweizerhof-Grundschule sichere Wege zu garantieren und unachtsamen Verkehrsteilnehmern Grenzen zu setzen.

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Julian K.

Über den Autor

Julian K. Redakteur für Sport, Kultur & Lokales

Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.

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