Union Berlin öffnet Türen für Menschen mit Demenz
Der Malteser Hilfsdienst hat eine neue Initiative mit dem Titel „Mehr (er)leben“ ins Leben gerufen, um Menschen mit Demenz den Zugang zu besonderen Orten in Berlin zu ermöglichen. Bei einer Premiere in der Alten Försterei, dem Stadion von Union Berlin, konnten die Teilnehmenden den Fußballverein auf eine einfühlsame und demenzgerechte Art erfahren. Die Veranstaltung verdeutlichte, wie stark Fußball in der Lage ist, Erinnerungen, Emotionen und soziale Teilhabe zu fördern, selbst für Menschen mit Demenz.
In Berlin leben rund 65.000 Menschen mit Demenz, viele davon in Seniorenheimen oder werden von Angehörigen zu Hause betreut. Diese Personen wünschen sich, trotz ihrer Einschränkungen aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Zur Unterstützung dieser Zielgruppe hat der Malteser Hilfsdienst das Programm „Mehr (er)leben“ ins Leben gerufen, das durch die Deutsche Fernsehlotterie finanziert wird.
In dieser Woche fand erstmals ein Besuch in der Alten Försterei statt. Zwei Gruppen von Besuchern, darunter Gäste aus dem Katharinenhof und dem Dr.-Harnisch-Haus, wurden von Jens Oestreich, einem erfahrenen Stadionführer, der normalerweise Kinder und internationale Gäste betreut, empfangen. Er bereitete sich intensiv auf die Demenzführungen vor und arbeitete eng mit den Maltesern zusammen. „Bei dieser Führung heißt es: Weniger ist mehr. Zu viele Eindrücke sollten vermieden werden, und kurze Pausen sind wichtig“, erklärt Oestreich. Der Kontakt zu den Besuchern und die verständliche Ansprache sind für ihn ebenfalls von Bedeutung.
Einige Teilnehmer trugen die rot-weißen Schals des Vereins, während auch zahlreiche Pflegekräfte erkennbare Fans des FC Union waren. Jens Oestreich betont die familiäre Grundlage im Sport und ermuntert zu einem lockeren „Du“.
Der erste Halt gehört dem Gebäude der Alten Försterei, das dem Stadion seinen Namen verdankt. Karl-Heinz Jungclaus, geboren 1928, erinnert sich an die Zeit, als er als Schüler Fußball auf derselben Fläche spielte: „Ich habe in Kriegszeiten viel Fußball gespielt. Es war eine Möglichkeit, seine Emotionen auszudrücken.“
Christian Arbeit, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung „Union vereint – Schulter an Schulter“, begrüßte die Anwesenden mit herzlichen Worten. „Fußball hat eine verbindende Kraft, und das ist auch ein Teil unserer Vereinsidentität“, erklärte Arbeit, der den Fans als Stadionsprecher bekannt ist.
Nach einer kurzen Stippvisite an einer Statue, die an den Sieg von Union gegen Jena 1968 erinnert, führte Jens Oestreich die Gruppe in den Pressekonferenzraum. Hier konnten die Besucher in einen kurzen Film über die Geschichte des Vereins und das berühmte Weihnachtssingen eintauchen. Die Teilnehmer konnten auch selbst erleben, wie es ist, an einem Stehpult zu stehen und Erinnerungsfotos zu machen.
Und so ging es weiter in die „Balletage“, die im dritten Stock mit einem traumhaften Blick auf das Spielfeld und die Logen beeindruckte. Nach einer kleinen Pause zur Betrachtung eines Lego-Modells des Stadions, welches von einem 13-jährigen Jungen geschaffen wurde, ging es zur Spielerkabine. Christa Huschbeck, 80 Jahre, war begeistert und erinnerte sich: „Mein verstorbener Mann war Fußballer, ich bin überrascht, wie schön es hier ist.“
Die Tour endete auf der Tribüne beim gemeinsamen Singen der Union-Hymne, in Begleitung von Musik aus einem kleinen Lautsprecher. „Eisern Union!“ wurde kräftig mitgesungen. „Wir sind dem Verein sehr dankbar für die Möglichkeit solcher Führungen. Die nächste ist bereits ausgebucht, was zeigt, dass diese Angebote sehr gewünscht sind“, berichtet Susanne Karimi, Projektleiterin der Demenzarbeit bei den Maltesern. Gespräche über ähnliche Führungen im Olympiastadion sind bereits im Gange. „Es ist ein zusätzlicher Aufwand für die Einrichtungen, aber für die Menschen mit Demenz ist es ein unvergessliches Erlebnis, das ihre Emotionen und Erinnerungen aufleben lässt“, fügt sie hinzu.
- Sechs Polizeifahrzeuge in Unfall auf der Avus verwickelt
- Nach Anschlag: Berlins Justizsenatorin prüft Jugendstrafrecht
Über den Autor
Lorem Ipsum is simply dummy text of the printing and typesetting industry. Lorem Ipsum has been the industry's standard dummy text ever since 1966, when designers at Letraset and James Mosley, the librarian at St Bride Printing Library in London, took a 1914 Cicero translation and scrambled it to make dummy text for Letraset's Body Type sheets. It has survived not only many decades, but also the leap into electronic typesetting, remaining essentially unchanged. It was popularised thanks to these sheets and more recently with desktop publishing software like Aldus PageMaker and Microsoft Word including versions of Lorem Ipsum.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!