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Wachsende Zugverbindungen zwischen Berlin und Warschau – Doch Baustellen bremsen Ausbau

Markus S. · 20. August 2026, 09:44 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Wachsende Zugverbindungen zwischen Berlin und Warschau – Doch Baustellen bremsen Ausbau

Der Zugverkehr zwischen Berlin und Warschau soll künftig intensiver werden. Der polnische Anbieter PKP Intercity hat einen Antrag eingereicht, um die Dienste auf dieser wichtigen Verbindung auszubauen, wie das polnische Fachmagazin „Rynek Kolejowy“ berichtet. Aktuell bietet der Berlin-Warschau-Express sieben Verbindungen pro Tag, im Rahmen der neuen Pläne sind drei zusätzliche Züge vorgesehen: ein weiterer Zug am Morgen und zwei am Abend.

Dies wäre besonders vorteilhaft für Reisende, da ein erheblicher Zeitrahmen im Fahrplan geschlossen werden könnte. Bislang fahren die Züge von Berlin bis etwa 17.30 Uhr im zwei-Stunden-Takt, bevor es eine mehrstündige Wartezeit bis zur nächsten Verbindung gegen 20.30 Uhr gibt.

Zusätzlich sollen die neuen Züge auch in Warschau am Morgen, Nachmittag und Abend starten, mit Abfahrtszeiten um 8, 16 und 19 Uhr. Die Reisezeit zwischen den beiden Hauptstädten wird voraussichtlich weiterhin etwa fünf Stunden betragen. Auch die bestehenden Haltepunkte, darunter Posen und Frankfurt (Oder), bleiben unverändert. Diese zusätzlichen Züge sollen vollständig von PKP Intercity betrieben werden.

Ob die neuen Verbindungen bereits mit dem Fahrplanwechsel im Dezember ins Leben gerufen werden können, ist allerdings unklar. Die polnische Aufsichtsbehörde muss dem Antrag erst zustimmen, und Baustellen auf beiden Seiten der Grenze könnten die Umsetzung erschweren.

Die Verbindung zwischen den Städten ist zurzeit nicht durchgehend nutzbar, da Bauarbeiten auf deutscher Seite den regulären Betrieb beeinträchtigen. Reisende müssen bis zum kommenden Sonntag auf Busse ausweichen, da der Berlin-Warschau-Express derzeit nicht planmäßig bis nach Berlin fährt. Ab dem 25. August soll der Zug jedoch wieder regulär verkehren.

Zudem könnte es auch danach zu Einschränkungen kommen. Die Deutsche Bahn plant, die Verbindung zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) umfassend zu sanieren, was voraussichtlich im Jahr 2029 für neun Monate eine vollständige Sperrung zur Folge haben könnte. Diese lange Sperrung wurde bereits von Brandenburg sowie verschiedenen Kommunen und Wirtschaftsverbänden stark kritisiert.

Probleme bestehen ebenfalls auf angrenzenden Bahnstrecken, wie der Verbindung zwischen Angermünde und Stettin, die seit Jahren ausgebaut wird. Der Abschluss dieser Arbeiten wurde auf Dezember 2027 verschoben, während Reisende teilweise gezwungen sind, auf Busse umzusteigen. Auch zwischen Pasewalk und Stettin gibt es momentan keinen regulären Zugverkehr. Die Ostbahn über Küstrin ist ebenfalls keine geeignete Ausweichstrecke, da eine durchgehende Elektrifizierung fehlt.

Die Bedeutung der Bahnverbindung zwischen Berlin und Polen nimmt kontinuierlich zu. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 wurde das Angebot auf der Strecke bereits merklich erhöht. PKP Intercity plant nun, dieses Angebot weiter auszubauen. Der tatsächliche Betrieb der zusätzlichen Züge hängt jedoch nicht nur von den polnischen Genehmigungen ab, sondern auch von den zahlreichen Bauarbeiten auf deutscher Seite, die einem stabilen und dichten Bahnverkehr im Wege stehen.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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