Messerangriff auf Ex-Lebensgefährtin: Mann vor Gericht wegen versuchten Mordes
Nach einem gewalttätigen Übergriff auf eine 46-jährige Frau in ihrer eigenen Wohnung wird ihr ehemaliger Lebensgefährte wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Berlin angeklagt. Der 51 Jahre alte Mann hatte die Frau mit einem Messer angegriffen, sie verletzt und sie dann über mehrere Minuten mit Gegenständen geschlagen. In der Anklage wird erklärt, dass er sich nach der Trennung und dem Verdacht, sie habe einen neuen Freund, „in seiner Familienehre gekränkt“ gefühlt habe.
Der serbische Staatsbürger wurde kurz nach dem Vorfall am 2. Februar dieses Jahres in Berlin-Weißensee festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Laut seinem Verteidiger möchte der Angeklagte sich zu den Vorwürfen an einem der folgenden Verhandlungstage äußern.
Die Frau war nach einem fast zweimonatigen Aufenthalt außerhalb Berlins zurückgekehrt, als sie entdeckte, dass nicht nur ihre Tochter, sondern auch ihr Schwiegertochter und Enkelsohn, sondern auch ihr ehemaliger Partner in der Wohnung waren. Es wird angegeben, dass er „geargwöhnt, dass sie einen neuen Freund hat“. Mit einem Küchenmesser attackierte er sie zunächst von hinten, stach in ihre Schultern und versuchte dann, ihr in den Hals zu stechen. Eine Zeugin berichtete, dass die Frau durch ihre Gegenwehr einen Stich in den Hals abwehren konnte, jedoch wurde ihre Wange durch das Messer verletzt und ihre Zunge ebenfalls.
Die 46-Jährige schaffte es schließlich, das Messer zu ergreifen und beiseite zu werfen. Daraufhin griff der Mann mit anderen Gegenständen an, bis ein Nachbar der stark verletzten Frau eingriff und den Übergriff stoppte. Im Prozess schilderte die 46-Jährige weinend, dass sie den Angeklagten vor etwa 30 Jahren kennengelernt und sich vor zehn Jahren von ihm getrennt hat. Er habe nur dann ihre Wohnung betreten, wenn er ihren gemeinsamen Sohn besuchen wollte. "Ich verließ dann meine eigene Wohnung und kam erst zurück, wenn er weg war", erinnerte sich die dreifache Mutter. "Mein Leben lang hatte ich Angst vor ihm."
Die Staatsanwaltschaft geht von Mordmerkmalen niedriger Beweggründe aus. Der Angeklagte soll dabei mit Tötungsabsicht gehandelt haben, um seine vermeintliche „Familienehre“ wiederherzustellen und zu verhindern, dass die Frau einen anderen Partner als ihn haben kann. Für den laufenden Prozess sind sechs weitere Verhandlungstage bis zum 5. Oktober angesetzt.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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