Das Schicksal des Roten Panda-Babys nach dem Verlust seiner Mutter
Im Berliner Tierpark wird nach dem unerwarteten Tod seiner Mutter Rosie ein Roter Panda von Hand großgezogen. Das kleine Tier kann mittlerweile zuverlässig aus der Flasche trinken, was für das Pflegeteam einen wichtigen Fortschritt darstellt. Dennoch liegt noch ein weiter Weg vor dem Jungtier, bis es in der Lage ist, selbstständig zu überleben.
Kurator Martin Kränzlin erklärte, dass die Flaschenfütterung bereits wenige Tage nach dem Beginn der Handaufzucht erfolgreich war, und äußerte sich vorsichtig optimistisch über die Entwicklung des Tieres. Ein Garant für das Überleben des kleinen Pandas gibt es allerdings nicht.
Die Aufzucht ist besonders herausfordernd, da Rote Pandas von Natur aus wenig gesellig sind. Das Jungtier kannte bislang nur seine Mutter, und nun muss es sich daran gewöhnen, von Menschen versorgt zu werden. Zudem birgt der Kontakt mit dem kleinen, flauschigen Tier Risiken: Rote Pandas verfügen über scharfe Krallen und kräftige Kiefer, weshalb das Pflegeteam dicke Schutzhandschuhe tragen muss. Die Tatsache, dass das Jungtier die Flasche so gut annimmt, ist unter diesen Umständen ein bedeutender Erfolg.
Das Team achtet gleichzeitig darauf, dass das Tier trotz intensiver Betreuung seine natürlichen Verhaltensweisen entwickelt. Kränzlin betonte, dass das Jungtier ein Wildtier bleiben soll, und eine zu enge Bindung zu Menschen könnte zu einer Fehlprägung führen. Aus diesem Grund wird der direkte Kontakt auf das Notwendigste beschränkt: Das Jungtier wird nur zum Füttern und Wiegen in die Hände der Pfleger genommen und ansonsten durch Kameras beobachtet.
Der Tierpark erwog verschiedene Möglichkeiten, um das Jungtier ohne Handaufzucht großzuziehen. Der Einsatz einer anderen Roten Panda-Dame als Ersatzmutter sei jedoch nicht geeignet gewesen, da die Annahme eines fremden Jungtiers als unwahrscheinlich galt. Eine Zusammentreffen hätte zudem Verletzungen für das Jungtier zur Folge haben können. Ebenso wurde eine Ammenaufzucht in einem anderen Zoo als wenig erfolgversprechend angesehen, da Rote Pandas sehr sorgsam mit ihren Ressourcen umgehen und die Gefahr bestand, dass das fremde Jungtier nicht akzeptiert werden würde.
Die Entscheidung zur Handaufzucht wurde auch aus Gründen des Artenschutzes getroffen. Rote Pandas gelten laut der Weltnaturschutzunion IUCN als stark gefährdet. Das Zuchtpaar in Berlin ist genetisch wertvoll, und seine Nachkommen sind für das europäische Zuchtprogramm von Bedeutung. Damit soll eine genetisch vielfältige Population gefördert und langfristig der Schutz der Tiere in ihrem ursprünglichen Lebensraum unterstützt werden.
In den kommenden Wochen wird eine zuverlässige Fütterungsroutine etabliert, um sicherzustellen, dass das Jungtier ausreichend Nahrung erhält und stetig an Gewicht zunimmt. Rote Pandas säugen ihren Nachwuchs normalerweise fünf bis sechs Monate lang, sodass es noch eine Weile dauern wird, bis das Berliner Jungtier keine Milch mehr benötigt. Das Team plant schrittweise, feste Nahrung einzuführen, wobei die Umstellung auf Bambus als besonders sensibel gilt, da dieser die Hauptnahrungsquelle der Roten Pandas darstellt, jedoch in seiner Zusammensetzung deutlich von Milch abweicht. Momentan zieht das Jungtier die Milch noch dem Bambus vor, so Kränzlin.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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