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Görlitzer Park: Über den Erfolg der nächtlichen Schließung

Markus S. · 10. September 2026, 11:11 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 3 Aufrufe
Görlitzer Park: Über den Erfolg der nächtlichen Schließung

Die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks in Kreuzberg, die am 1. März 2026 in Kraft trat, wirft die Frage auf, ob sie tatsächlich zur Verbesserung der Sicherheit und zur Reduzierung der Kriminalität beigetragen hat. Eine aktuelle Anfrage des innenpolitischen Sprechers der Berliner Linken, Niklas Schrader, liefert nun einige wertvolle Erkenntnisse zu diesem Thema.

Laut den vorliegenden Daten sank die Anzahl der registrierten Straftaten im Bereich „Görlitzer Park/Wrangelkiez“ von 1245 zwischen März und April 2025 auf nur 1237 in der Schließungsperiode im selben Zeitrahmen 2026. Dies entspricht einem Rückgang um lediglich acht Delikte. Das Berliner Verwaltungsgericht hatte die nächtliche Schließung, die ein zentrales Projekt des aktuellen schwarz-roten Senats darstellt, Anfang Juni in einem Eilverfahren wieder aufgehoben, sodass der Park seither nachts wieder zugänglich ist.

In der Betrachtung der Straftaten, die direkt im Park stattfanden, ist ein geringfügiger Rückgang zu verzeichnen, von 281 im Jahr 2025 auf 260 in diesem Jahr. Die Senatsinnenverwaltung führt die Entscheidung zur nächtlichen Schließung auf den Anstieg von Vergewaltigungen und Körperverletzungen zurück und hält an ihrem Konzept fest. Innenstaatssekretär Christian Hochgrebe (SPD) betont, dass die temporäre Schließung positive Auswirkungen auf die Sicherheitslage und das subjektive Empfinden der Bürger gehabt habe.

In den Parlamentarischen Anhörungen stellte die Polizeipräsidentin Barbara Slowik klar, dass die Maßnahme nicht in erster Linie zur Bekämpfung des Drogenhandels dient, sondern zur Eindämmung nächtlicher Gewaltdelikte. Dies widerspricht teilweise der früheren Kommunikation des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU), der auch Drogendelikte häufig als Begründung anführte.

Dennoch zeigt ein Blick auf die Zahlen, dass die Schließungsmaßnahme kaum Auswirkung auf die Statistiken hatte. So wurden im März, April und Mai 2025 insgesamt 157 Körperverletzungen festgestellt, was sich auf 152 im entsprechenden Zeitraum dieses Jahres reduzierte. Dabei stiegen die Raubdelikte von 29 auf 37 an, während die Vergewaltigungen minimal von 13 auf 12 sanken.

Kritik an der Maßnahme kam von Niklas Schrader, der anmerkt, dass der Senat keine schlüssige rechtliche oder faktische Grundlage für die Einzäunung des Parks bieten konnte. Gleichzeitig stellte er fest, dass trotz der schwierigen finanziellen Lage Millionen von Steuergeldern für den Bau des Zauns ausgegeben wurden.

Anders sieht es die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP), die eine wissenschaftliche Evaluierung der Maßnahme abwarten möchte. Landesvize Victoria Schwiethal-Heuermann beschreibt den Zaun als sinnvolles Element der städtebaulichen Kriminalprävention, sieht aber die Notwendigkeit, auch die tiefgreifenden gesellschaftlichen Probleme, wie Drogenkriminalität, anzugehen.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die aktuellen Zahlen keine klare Aussage darüber treffen können, ob die Schließung des Parks die wahrgenommene Sicherheit der Anwohner tatsächlich verbessert hat.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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