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Ferat Koçak: Rückzug nach Vorwürfen wegen Clan-Kontakten?

Julian K. · 22. September 2026, 10:08 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 41 Aufrufe
Ferat Koçak: Rückzug nach Vorwürfen wegen Clan-Kontakten?

Ferat Koçak, der Linken-Bundestagsabgeordnete, sieht sich ernsten Vorwürfen und öffentlicher Kritik gegenüber, nachdem der Sohn des Remmo-Clan-Chefs, Firas Remmo, einen Chatverlauf veröffentlicht hat. In diesem Chat, der die beiden als "Bruder" anspricht, bittet Koçak darum, ein Video über Clankriminalität zu teilen und sendet Grüße an Remmo sen. Die Nähe zu einem Clanmitglied hat sofort für Aufregung und Nachfragen gesorgt.

Der Remmo-Clan, eine arabische Großfamilie mit libanesischen Wurzeln, ist für erhebliche kriminelle Aktivitäten bekannt. Firas Remmo ist vorbestraft, unter anderem wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, wie die Staatsanwaltschaft Berlin bestätigt hat. Nachdem der Chat veröffentlicht wurde, äußerte Koçak auf seinen Social-Media-Kanälen, dass die Berichterstattung über seinen Kontakt zu Remmo die Öffentlichkeit zurecht beunruhigt habe. Er gestand ein, dass der Kontakt nur schwer zu rechtfertigen sei und versprach, die Umstände zu klären.

Koçak erklärte, dass er wöchentlich mit vielen Menschen in Neukölln kommuniziere und den Vater von Firas Remmo nur höflich gegrüßt habe. Dabei war ihm zum Zeitpunkt dieses Kontakts nicht bewusst, mit wem er es zu tun hatte. In seiner Stellungnahme bat er um Entschuldigung für den Fehler, dass er Remmo nach dem Chat wie gewohnt kontaktiert hatte.

Nach den Vorwürfen kündigte Koçak an, sich zurückzuziehen, um jedwede Zweifel auszuräumen und sein Kommunikationsverhalten zu überarbeiten. Ob dies bedeutet, dass er sein Mandat niederlegt, steht derzeit noch nicht fest. In der Linken gibt es laute Kritik an seinem Umgang mit den Vorwürfen. Petra Pau, ehemalige Vizepräsidentin des Bundestages, zeigte sich enttäuscht und forderte Koçak auf, Verantwortung zu übernehmen.

Insbesondere in der Berliner Landespolitik sorgte der Vorfall für Erstaunen. Ein Politiker, der anonym bleiben möchte, äußerte seine Verwunderung über Koçaks Handlungsweise und betonte, dass die Diskussion um den Remmo-Clan die Situation für deren Mitglieder vorteilhaft ist.

Auf Bundesebene fordern nun auch SPD und Grüne Konsequenzen. Dirk Wiese, Parlamentsgeschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, forderte Koçak auf, klare Maßnahmen zu ergreifen, da eine solche Verbindung zu einem Clanmitglied inakzeptabel sei. Konstantin von Notz, der sicherheitspolitische Sprecher der Grünen, kritisierte ebenfalls das Verhalten Koçaks und wies auf die Unvereinbarkeit seiner Kontakte mit politischer Verantwortung hin.

Von Notz stellte zudem den Besuch von Ibrahim Ibrahim, einem umstrittenen Aktivisten aus dem Palästinakonflikt, auf einer Wahlveranstaltung als problematisch dar und stellte die Glaubwürdigkeit der Linken in Frage. Er forderte eine klare Positionierung gegen Antisemitismus und betonte die Notwendigkeit einer eindeutigen und verantwortungsbewussten Politik in Berlin.

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Julian K.

Über den Autor

Julian K. Redakteur für Sport, Kultur & Lokales

Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.

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