Neuanfang bei Berlins BIM: Doppelspitze übernimmt nach Trauerfall
Am 15. August hat Berlin eine bedeutende Persönlichkeit im Immobiliensektor verloren: Birgit Möhring, die Geschäftsführerin der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), ist nach langer Krankheit verstorben. Diese Information wurde sowohl aus dem Aufsichtsrat als auch von der BIM selbst bestätigt. Seit 2015 führte Möhring das landeseigene Unternehmen, in dem sie bereits seit 2003 tätig war. Wolfgang Schyrocki, der Aufsichtsratschef, äußerte sich nach ihrem Tod: "Der plötzliche Tod von Birgit Möhring hat uns alle tief getroffen. Meine Gedanken sind bei ihrer Familie und dem Team der BIM." Außerdem informierte er, dass die BIM weiterhin handlungsfähig bleibt.
Infolge des Verlusts sah sich die BIM kurz vor den Berliner Wahlen zweieinhalb Wochen lang ohne Geschäftsführung. Der Aufsichtsrat hatte vor rund einem Monat einstimmig von dem technischen Geschäftsführer Matthias Hardinghaus, der erst im Oktober 2024 eingestellt worden war, Abschied genommen. Man war mit seiner Arbeit unzufrieden, und die Zusammenarbeit mit der verstorbenen Möhring verlief ebenfalls problematisch. Zu diesem Zeitpunkt hatte Schyrocki noch von Hardinghaus als erfahrener Führungskraft gesprochen.
Für die Belegschaft der BIM ist der Tod von Birgit Möhring bereits der zweite schwere Verlust innerhalb kurzer Zeit. Co-Geschäftsführer Sven Lemiss war im August 2023 mit nur 57 Jahren nach einem Kajakausflug verstorben. Eine Obduktion ergab, dass er nicht ertrunken war, sondern einen medizinischen Notfall erlitten hatte. Bis zur Ernennung einer neuen Geschäftsführung wurde die BIM von Prokuristen der zweiten Führungsebene geleitet. Nun wurden Tatjana Adams und Rudolf Birkholz als kommissarische Doppelspitze eingesetzt, um die Geschäfte zu führen, bis eine permanente Nachfolge gefunden ist.
Die BIM ist für die Verwaltung und Betreuung von 5000 landeseigenen Gebäuden zuständig. Mit etwa 1000 Mitarbeitern betreut sie Immobilien wie Oberstufenzentren, Polizei- und Feuerwehrwachen, sowie Verwaltungs- und Gerichtshäuser. Die verschiedenen Behörden zahlen Miete an die BIM. Im Jahr 2025 investierte die Gesellschaft fast 350 Millionen Euro in diese Immobilien. Zudem leitet die BIM komplexere Projekte, wie das Konzeptverfahren für eine neue Nutzung des ICC am Messedamm. Birgit Möhring hatte dabei, kurz vor ihrem Tod, einen ihrer letzten Auftritte, in dem sie die fehlende detaillierte Finanzierung für die geplanten Um- und Neubauten kommentierte.
Trotz dieser wichtigen Aufgaben steht die BIM in der Kritik, da sie die hohen Mieteinnahmen nicht ausreichend in die Sanierung der Immobilien investiert. Das Unternehmen verfügt über flüssige Mittel von einer Milliarde Euro, die oft als „Schatz“ betrachtet werden.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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