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Olympische Spiele: Berliner Wahl entscheidet über Zukunft

Julian K. · 20. September 2026, 06:56 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Olympische Spiele: Berliner Wahl entscheidet über Zukunft

An diesem Sonntag geben etwa 2,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Berlin ihre Stimmen ab, um zu entscheiden, wer künftig den Roten Rathaus verwalten wird. Diese Wahl hat jedoch noch eine weitere Dimension, denn sie ist auch der Maßstab dafür, ob die Stadt sich für die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele im Zeitraum 2036 bis 2044 beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) bewerben sollte oder nicht.

Während die derzeit regierenden Parteien CDU und SPD für das Olympia-Projekt eintreten, positioniert sich die Linke, supported von der Mehrheit der Grünen, als scharfe Kritikerin des Großereignisses. Kurz vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus deutet eine aktuelle ZDF-Umfrage auf ein enges Rennen zwischen CDU und Linker hin. Elif Eralp, die Spitzenkandidatin der Linken, wird mit 22 Prozent der Stimmen in der Erhebung des ZDF-"Politbarometer Extra" angegeben. Die CDU unter ihrem Spitzenkandidaten Stefan Evers liegt bei 20 Prozent.

Die Unterstützung für die Olympiabewerbung könnte unter einem potenziellen Sieg Eralps leiden. Der Berliner Olympia-Beauftragte Kaweh Niroomand äußerte gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": „Man muss befürchten, dass die Linke die weitere Bewerbung nicht unterstützen wird, da sie sich bislang gegen die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele in Berlin ausgesprochen hat.“

Niroomand ist der Meinung, dass Olympia eine Chance für Investitionen und Fortschritt darstellt. Er erkannte, dass die Linke internationale Sportereignisse nicht grundsätzlich ablehne, stellte aber fest: „Ihr Einwand lautet, die Stadt habe derzeit dringendere Aufgaben.“ Er ergänzt: „Ich sehe darin keinen Widerspruch: Olympia ist kein Allheilmittel, kann aber Investitionen bündeln und Fortschritte bei Sportstätten, Mobilität, Barrierefreiheit und Stadtentwicklung beschleunigen.“

Der DOSB tagt am 26. September in Baden-Baden, nur sechs Tage nach der Wahl. Er entscheidet, ob Berlin oder die Konkurrenten München und Rhein-Ruhr mit Köln die deutsche Bewerbung für das Internationale Olympische Komitee (IOC) erhält. Laut Niroomand ist das enge Timing für Berlin eine Belastung: „Das erschwert es, politische Verlässlichkeit sichtbar zu machen.“

Berlin bewirbt sich zusammen mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, steht jedoch als klarer Außenseiter im Wettbewerb. Die Favoritenposition wird momentan München zugesprochen, das erst vor wenigen Tagen die Ausrichtung des Champions-League-Finales 2028 sowie die Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2031 zugesprochen bekommen hat. Anfang des Jahres hatte Hamburg in einem Bürgerschaftsreferendum gegen eine Olympiabewerbung gestimmt, wobei 54,9 Prozent der Wähler und eine Wahlbeteiligung von etwa 50 Prozent gegen die Pläne des Senats waren.

Umfragen im Auftrag des DOSB zeigen hingegen, dass die Berliner Bevölkerung unterschiedliche Meinungen hat. Jüngste Zahlen suggerieren eine Unterstützung für die Olympiabewerbung von 56 bis 60 Prozent. Im Vorfeld der Wahl möchten die Befürworter dieser Bewerbung diese Stimmung nutzen.

Zuletzt wurde am Mittwoch die "Berliner Erklärung für Olympia" unterzeichnet, für die sich 132 Organisationen aus verschiedenen Bereichen einsetzten. Dies zeigt, wie weit gefächert die Unterstützung für die Olympiabewerbung in der Stadt ist, erklärte Niroomand.

Gleichzeitig sammeln die Gegner des Projekts unter dem Bündnis "NOlympia" Stimmen für ein Volksbegehren gegen die Olympiabewerbung, unabhängig vom Wahlergebnis am Sonntag. Sie argumentieren, dass die Ressourcen der Stadt für die Bewerbung und Durchführung der Spiele besser für die Bewältigung anderer Herausforderungen genutzt werden sollten.

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Julian K.

Über den Autor

Julian K. Redakteur für Sport, Kultur & Lokales

Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.

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