Betrüger nutzt Rammstein-Affäre für eigene Geldbeschaffungsaktion
Dennis K., heute 48 Jahre alt, sieht sich im Zusammenhang mit der Rammstein-Missbrauchsaffäre juristischen Folgen gegenüber. Ab Montag steht er vor dem Amtsgericht Tiergarten wegen Betrugs. Der Skandal entzündete sich im Frühjahr 2023, als eine junge Frau aus Nordirland schwere Vorwürfe gegen Till Lindemann, den Sänger der weltbekannten deutschen Band Rammstein, erhob. Sie beschuldigte ihn, sie ohne ihr Wissen für sexuelle Handlungen gecastet zu haben und erzählte, dass sie von einem Bekannten Lindemanns hinter die Bühne gebracht wurde, wo der Frontmann Sex mit ihr verlangt haben soll. Außerdem soll sie Drogen verabreicht bekommen haben. Rammstein wies alle diese Vorwürfe in den sozialen Medien zurück.
Nach diesen Vorwürfen meldeten sich weitere Frauen zu Wort, die Lindemann sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch vorwarfen. Medien berichten, dass mehr als ein Dutzend Frauen berichteten, gezielt von Personen aus Lindemanns Umfeld angesprochen worden zu sein. Im Juni 2023 begann die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Sänger wegen des Verdachts auf Sexualdelikte. Es wird ihm vorgeworfen, gegen den Willen von Frauen sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben.
Im Vorfeld von drei geplanten Konzerten der Band im Juli 2023 im Berliner Olympiastadion äußerten die Grünen rechtliche Bedenken. Die Innensenatorin Iris Spranger (SPD) machte deutlich, dass in ihrem Zuständigkeitsbereich keine After-Show-Partys von Rammstein stattfinden würden, da das Olympiastadion sich im Besitz des Landes Berlin befindet. Spranger betonte auf Twitter, dass die Sicherheit der Frauen höchste Priorität habe und die laufenden Ermittlungen abgewartet werden müssen.
In der Zwischenzeit wurden die Vorwürfe gegen Lindemann von den Berliner Anwälten Simon Bergmann und Christian Schertz entschieden zurückgewiesen. Sie erklärten öffentlich, dass die Anschuldigungen, Frauen bei Rammstein-Konzerten mit K.-o.-Tropfen oder Alkohol betäubt zu haben, um sexuelle Handlungen an ihnen vornehmen zu können, völlig falsch seien.
Obwohl die Staatsanwaltschaft die Ermittlung gegen Lindemann im August 2023 wegen mangelnder Beweise einstellte, schien Dennis K. eine Möglichkeit zu sehen, finanziell zu profitieren. Ihm wird vorgeworfen, im Juni 2023 eine Spendenaktion mit dem Titel „Hilfe für Rammstein Anwalts-Opfer“ ins Leben gerufen zu haben. Dabei soll er falscherweise behauptet haben, dass die Gelder einer Frau zugutekommen, die gegen Rammstein rechtlich vorgehen wolle. Laut der Amtsanwaltschaft habe er vorgegaukelt, dass die Frau eine Abmahnung vom Management der Band erhalten habe und nun anwaltliche Unterstützung benötige. Das Ergebnis dieser Aktion war eine Spendensumme von über 10.000 Euro, von der die Staatsanwaltschaft überzeugt ist, dass Dennis K. sie für persönliche Zwecke vorgesehen hatte.
Die Ermittlungen gegen Lindemann, die im Juni 2023 begannen, wurden aufgrund fehlender Beweise eingestellt.
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Über den Autor
Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.
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