S25 in Reinickendorf: Bahnsteige werden verlängert, Probleme bleiben
Die S-Bahnhöfe Tegel, Eichborndamm, Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik (KaBoN) und Alt-Reinickendorf kennen viele Fahrgäste vor allem aufgrund ihrer unzureichenden Bahnsteiglängen und den langen Wartezeiten. An diesen Stationen kann bislang nur eine Seite genutzt werden, was häufig zu Überfüllung führt. Nun gibt es jedoch einen hoffnungsvollen Ausblick: Im März und April 2029 plant die Bahn, die Bahnsteige aller vier Haltestellen zu verlängern. Dies wurde von Felix Schönebeck, Bezirksverordneter der CDU, im Gespräch mit der Morgenpost bekannt gegeben.
Durch die jahrelange Verzögerung konnten bisher keine Vollzüge, die aus acht Wagen bestehen und bis zu 376 Sitzplätze bieten, an diesen Bahnhöfen halten, da die Bahnsteige dafür zu kurz sind. Besonders zu Stoßzeiten war dies ein großes Problem. Schönebeck, der bei der Abgeordnetenhauswahl im September als Direktkandidat für Wahlkreis 2 (Tegel, Reinickendorf-West und Wittenau-Süd) kandidiert, hat enge Kontakte zur Bahn und möchte mit den neuen Maßnahmen die Wartezeiten für die Fahrgäste reduzieren. Eine Anfrage seinerseits nach weiteren Informationen an die Bahn blieb bis zur Veröffentlichung des Artikels unbeantwortet.
Die Bahn plant, alle Bauarbeiten innerhalb von acht Wochen durchzuführen, um die Beeinträchtigung für die Passagiere gering zu halten. In dieser Zeit wird auch ein neuer Zugang am S-Bahnhof Eichborndamm realisiert. Dieses Projekt wird bis zum Abschluss vom Berliner Senat finanziert und soll garantieren, dass die verlängerten Bahnsteige rechtzeitig zum Fahrplanwechsel 2029 nutzbar sind.
Zusätzlich wird ein zweiter Zugang am S-Bahnhof Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik vorgesehen. Dieser neue Eingang wird an der Ollenhauerstraße entstehen, die Nähe zur U-Bahn-Station Linie 8 soll dabei den Umstieg für die Fahrgäste erleichtern. Momentan müssen Passagiere einen 250 Meter langen Umweg in Kauf nehmen, um zwischen den Bahnhöfen zu wechseln. Diese Maßnahmen erscheinen besonders notwendig im Hinblick auf die geplante Errichtung von etwa 600 neuen Wohnungen auf dem angrenzenden KaBoN-Gelände. Der Zeitrahmen für den Bau des neuen Zugangs steht allerdings noch aus.
„Die S25 ist mir ein wichtiges Anliegen“, betont Schönebeck und verweist auf eines seiner Wahlplakate, das direkt am Nervenklinik-Bahnhof aufgestellt ist. Er zeigt sich erfreut über die Fortschritte bei der Planung der längeren Bahnsteige, äußert jedoch auch den dringenden Wunsch nach der vollen zweigleisigen Ausbaustufe der S25 in Reinickendorf, verbunden mit einem Zehn-Minuten-Takt. Nur so könne eine adäquate Anbindung für den Bezirk gewährleistet werden.
Schönebeck wohnt seit langem in der Nähe der S25 und empfindet den momentanen 20-Minuten-Takt zwischen den Haltestellen als unangemessen. Besonders in ungünstigen Wetterbedingungen halten er und viele andere Anwohner das Warten zur echten Zeitverschwendung. Die Bahnhöfe wirken durch ungepflegte Bereiche auf den nicht befahrenen Seiten verwildert und abweisend.
Der nördliche Abschnitt der S25, auch bekannt als „Kremmener Bahn“, wurde 1893 eröffnet. In den 1920er Jahren kam es zur zweigleisigen Ausbaumaßnahme, gefolgt von der Elektrifizierung im Jahr 1927. Nach dem Krieg wurde jedoch eines der Gleise als Reparationsleistung an die Sowjetunion abgenommen. In der Zeit der Teilung Berlins wurde der Betrieb ganz eingestellt, erst 1995 wurde er wieder aufgenommen – allerdings nur eingleisig und im unzureichenden 20-Minuten-Takt. Schönebeck, der bei seiner Einschulung bereits von dem versprochenen Zehn-Minuten-Takt hörte, ist inzwischen fast 37 Jahre alt und sieht bisher keine Umsetzung dieser Versprechen.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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