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Berliner Senat: Neue Ansätze in der Sucht- und Drogenpolitik

Markus S. · 15. September 2026, 12:55 Uhr · 2 Min. Lesezeit · 2 Aufrufe
Berliner Senat: Neue Ansätze in der Sucht- und Drogenpolitik

Der Berliner Senat hat seine Strategie zur Suchtpolitik grundlegend überarbeitet und legt künftig einen Schwerpunkt auf Prävention, Beratung sowie Gesundheitsangebote. Dies soll Menschen helfen, die Probleme mit Alkohol, Drogen oder Glücksspiel haben, leichter Unterstützung zu finden. Nach fast 30 Jahren hat Berlin diese neue Strategie beschlossen.

"Sucht ist kein Randphänomen", erklärte die Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD) während der letzten Senatssitzung vor der Abgeordnetenhauswahl. Sie stellte fest, dass Suchtverhalten zwar häufig in sozialen Brennpunkten sichtbar sei, jedoch die gesamte Stadt betreffe und auch moderne Phänomene wie Online-Sucht oder die weit verbreitete legale Droge Alkohol umfasse.

Die Senatorin betonte, dass die sozialen, gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen von Sucht erheblich seien. "Örtlich begrenzte Reaktionen reichen nicht mehr", so Czyborra. Die neue Strategie soll eine umfassende Antwort auf dieses Problem bieten.

Kernpunkte der Strategie sind der Ausbau niederschwelliger Hilfsangebote wie Streetwork-Projekte, mobile Beratungsteams und spezielle Konsumräume für Schwerstabhängige. Zudem soll der Zugang zum Überdosis-Gegenmittel Naloxon erleichtert werden, und es sind stärker ausgebaute Programme geplant, welche illegale Drogen auf gefährliche Inhaltsstoffe testen.

Ein weiterer Fokus wird auf die frühzeitige Erkennung von Suchtrisiken bei Kindern und Jugendlichen gelegt. Czyborra wies auf die steigende Zahl von Drogentoten in der jüngeren Generation hin. Schulen und Jugendhilfe werden als wichtige Anlaufstellen für präventive Maßnahmen hervorgehoben.

In Bereichen mit offenem Drogenkonsum, wie Parks und Bahnhöfen, sollen Suchthilfe, Sozialarbeit, Bezirke und Polizei enger zusammenarbeiten, um sowohl den Betroffenen Unterstützung anzubieten als auch die Anwohner zu entlasten.

Die Strategie untermauert die Notwendigkeit für Maßnahmen durch die hohen Konsumniveaus in Berlin. Der Cannabiskonsum liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt, ebenso der Konsum von Kokain und Ecstasy. Suchterkrankungen werden dabei nicht als individuelles Versagen angesehen, sondern vielmehr als Resultat genetischer, psychischer und sozialer Einflüsse. Laut Czyborra gab es zuletzt im Jahr 1997 einen strategischen Bericht zur Berliner Sucht- und Drogenpolitik. Die neue Strategie soll als Handlungsrahmen für die kommenden Jahre dienen und mit einem konkreten Maßnahmenplan weiter entwickelt werden.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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