Widerstand gegen FreiZeitHaus: Vandalismus und Drohungen nach AfD-Ausschluss
Ein geplanter "Speed-Dating"-Event mit Politkern in Pankow sorgte für Widerstand. Der Verein FreiZeitHaus lud Anwohner ein, um mit den Spitzenkandidaten der Parteien in Kontakt zu treten. CDU, SPD, Grüne, Linke und FDP sollten anwesend sein, jedoch wurde der Bürgermeisterkandidat der AfD nicht zur Veranstaltung eingeladen. Diese Entscheidung stieß auf Unmut bei mutmaßlichen Unterstützern der AfD, die daraufhin gegen den Verein vorgegangen sind.
Nach der Entscheidung, die AfD nicht einzuladen, erhielt die Vereinsgeschäftsführerin Anne Lemberg zahlreiche anonymisierte Anrufe sowie E-Mails mit Drohungen. Der Vandalismus erreichte seinen Höhepunkt, als in der Nacht vom 17. August Banner am Stadtteilzentrum, die Menschenrechte und Antirassismus propagierten, abgerissen und gestohlen wurden. Der Vorfall wurde der Polizei gemeldet.
In einer Stellungnahme entschied der Verein, dass die Einladung an die AfD nicht stattfand, weil die politischen Ansichten und Forderungen der Partei nicht mit den Werten des FreiZeitHauses übereinstimmen. Die Erklärung thematisierte das Engagement des Zentrums für Vielfalt und Inklusion. In der Folge veröffentlichte ein AfD-Politiker ein Video, das die staatlichen Förderungen des Stadtteilzentrums hinterfragte und möglicherweise bedrohliche Reaktionen nach sich zog. Lemberg erhielt in der Folge sogar eine Droh-Mail von einer Person, die ankündigte, die Veranstaltung stören zu wollen.
In der Folge reagierte der Verein: Er lud die FDP ebenfalls aus dem Bürgerdialog aus, um Sicherheitsbedenken Rechnung zu tragen. Laut Lemberg war angesichts der Bedrohungen zusätzliche Sicherheit notwendig, um die Veranstaltung zu schützen. Die FDP zeigte sich überrascht von der Entscheidung, da es vorher keine Gespräche über mögliche Alternativen gegeben habe. FDP-Bezirksvorsitzende Maria Wandel äußerte, dass die Drohungen aus der AfD heraus inakzeptabel seien und eine giftige Atmosphäre für die Demokratie schaffen.
Wandel sprach sich gegen den Ausschluss der FDP aus und betonte, dass eine engagierte Diskussion vor der AfD-Platzierung tauglich gewesen wäre. Die FDP bekräftigte ihre gesprächsbereite Haltung und bleibt dem Stadtteilzentrum weiter verbunden, trotz der Spannungen, die entstanden sind.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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