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Prozess gegen Serienvergewaltiger in Berlin gestartet

Markus S. · 06. August 2026, 14:41 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 6 Aufrufe
Prozess gegen Serienvergewaltiger in Berlin gestartet

Am Donnerstag begann in Berlin der Prozess gegen einen 68-jährigen Mann aus Lichtenberg, der beschuldigt wird, zwischen 2016 und 2022 14 Frauen betäubt und in seiner Wohnung vergewaltigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht von weiteren Opfern aus und als Beweismittel werden Videoaufnahmen der Taten verwendet. Die Anklage umfasst schwere Vorwürfe wie Vergewaltigung, gefährliche Körperverletzung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs. Vier der betroffenen Frauen traten als Nebenklägerinnen auf. Diese erfuhren erst im Rahmen der Ermittlungen, was ihnen widerfahren ist.

Der Angeklagte, Frank S., zeigte sich beim Prozessbeginn teilweise geständig und ließ über seinen Verteidiger ausrichten: "Die Vergewaltigungen räume ich ein." Er möchte sich zu den Vorwürfen bezüglich der Betäubungen zu einem späteren Zeitpunkt äußern. Laut der Staatsanwaltschaft soll S. ingesamt 58 Frauen vergewaltigt haben. Neben den derzeit verhandelte Taten sind 30 weitere Namen von Opfern bekannt, die in einem zukünftigen Verfahren behandelt werden sollen. Zehn Frauen sind bislang nicht identifiziert, während bei anderen Taten das Verbrechen als verjährt gilt.

Die Anklage besagt, dass S. Frauen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren über Online-Dating-Plattformen kennengelernt und ohne deren Wissen Schlafmittel in deren alkoholische Getränke gemischt hat. Die dann benommenen oder bewusstlosen Frauen wurden anschließend vergewaltigt. Eine fest installierte Kamera in seinem Schlafzimmer soll die Taten aufgezeichnet haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Frank S. seit 2025, und es gibt Hinweise auf weitere Fälle, die vor Gericht verhandelt werden könnten.

Die Ermittlungen in Niedersachsen lenkten die Aufmerksamkeit der Berliner Ermittler auf den mutmaßlichen Serienvergewaltiger. Frank S. soll über „Sleep-Fetish-Chatgruppen“ in Verbindung mit anderen Männern gestanden haben. Chats mit einem wegen ähnlicher Vorwürfe verhafteten Mann in Niedersachsen führten die Ermittler zu S.

Frank S. befindet sich seit März 2026 in Untersuchungshaft und erscheint während der Verlesung seiner Klage ruhig und reglos hinter einer Glasscheibe im Gerichtssaal. Ein Berliner Polizeibeamter, der die Durchsuchung bei S. im Juni 2025 leitete, beschreibt ihn als ruhig.

Im Zuge ihrer Ermittlungen erhielt die Polizei Berlin im März 2025 eine Mitteilung aus Verden (Niedersachsen), wo gegen einen Mann ermittelt wurde, der seine Frau jahrelang betäubt und vergewaltigt hatte. Frank S. hatte im Jahr 2010 Kontakt mit diesem Mann über ein Pornoportal. Unter dem Benutzernamen „Zeppelin70“ fragte er, wo er „die Pillen für die Betäubung“ besorgen könne.

Im Juni 2025 durchsuchte die Polizei S.s Wohnung, wo die Ermittler das Schlafzimmer aus den Videos wiedererkannten und große Mengen an Fotos und Videos fanden. Dies umfasste auch medizinische Utensilien und verschiedene Betäubungsmittel. Ein externer IT-Experte wertete die gefundenen Daten über mehrere Monate aus, wobei sich herausstellte, dass die Dateien Informationen über 58 Frauen beinhalteten.

Zusätzlich fanden die Ermittler Polizei-Utensilien bei einer zweiten Durchsuchung, was darauf hindeutet, dass der Angeklagte möglicherweise versuchte, sich als Polizist auszugeben. Er hatte Fotos von sich in Polizeiuniform und einen Polizeihorn in seiner Wohnung. Dies könnte darauf abzielen, Einfluss zu nehmen und die Frauen einzuschüchtern.

Das Gericht erwartet ein Urteil Anfang Oktober. Der Prozess setzt sich am 18. August fort. Die Staatsanwaltschaft plant, neben einer Verurteilung auch eine Sicherungsverwahrung nach der Haftstrafe zu beantragen.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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