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Cyberangriff lähmt Berlins Verwaltung – So geht es weiter

Markus S. · 18. August 2026, 15:05 Uhr · 4 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Cyberangriff lähmt Berlins Verwaltung – So geht es weiter

Seit Freitagnachmittag sind die beiden Senatsverwaltungen für Bauen und Verkehr in Berlin nahezu vollständig lahmgelegt. Am Freitag, dem 14. August, wurde ein schwerwiegender Hackerangriff bekannt, der eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit beider Verkehrsorganisationen zur Folge hat. Der Angriff begann offenbar beim Bausenat, wobei unklar ist, ob er am Freitag stattfand oder an diesem Tag entdeckt wurde. Laut dpa ist es zudem nicht möglich, im Homeoffice zu arbeiten. Ein Mitarbeiter der Verkehrsverwaltung äußerte gegenüber dem "Tagesspiegel": „Wir sind praktisch arbeitsunfähig. An einer Lösung bis morgen (Mittwoch) glaubt hier kaum einer."

Der Hackerangriff wurde von der Senatskanzlei am Montag nach einer forensischen Untersuchung festgestellt. Dabei wurde eine „Inkriminierung des Landesnetzes“ entdeckt, die durch ungewöhnlich hohen Datenverkehr aufgefallen ist, was schließlich zur Separierung beider Behörden vom Landesnetz führte. Da diese Institutionen nicht dem IT-Dienstleister ITDZ unterstehen, war diese Maßnahme notwendig, um einen potenziellen Schaden einzugrenzen und den Datenabfluss zu stoppen. Ob dies erfolgreich war, bleibt unklar. Der Senat hat jedoch schnelle Maßnahmen zur Sicherung des Landesnetzes eingeleitet.

Ohne Zweifel ist dieser Vorfall für Berlins Chief Digital Officer (CDO) Florian Hauer ein extern durchgeführter Angriff. Es handelt sich dabei nicht um einen Erpressungsversuch, sondern um einen umfassenderen Angriff auf das Netzwerk der Behörden. Die Schadsoftware gelang offenbar durch den Klick eines Mitarbeiters auf einen schädlichen Dateianhang ins System. Derzeit ist unklar, ob und welche sensiblen Daten betroffen sind. Die Senatskanzlei hat dazu bisher keine Informationen preisgegeben, aber es wird angenommen, dass die Angreifer insbesondere die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt ins Visier genommen haben.

Typischerweise wird ein solcher Angriff häufig durch Phishing eingeleitet, bei dem Mitarbeiter durch den Klick auf einen schädlichen Link oder Anhang unwissentlich Malware herunterladen, die versucht, sich auf andere Systeme auszubreiten. Es ist bemerkenswert, dass laut IT-Experte Christopher Helm die Schulung der Mitarbeiter zur Abwehr solcher Angriffe bisher unzureichend war. Ein Bericht zum E-Government zeigte rote Ampeln auf, die auf personelle Engpässe hinwiesen. So waren zahlreiche Positionen innerhalb der Behörden nicht besetzt. Gemäß den angekündigten Plänen wird 2026 die Besetzung der dringend benötigten Rolle des Landesbevollmächtigten für IKT-BCM erfolgen müssen. Auch die Linke kritisierte, dass dem Senat der Sicherheitszustand des Landesnetzes bereits bekannt war, aber keine adäquaten Schritte unternommen wurden.

Aktuell bleibt offen, ob Daten kopiert wurden. Die forensischen Untersuchungen sind noch im Gange, wie Christine Richter, die Senatssprecherin, gegenüber dpa erklärte. Ein weiterer Punkt ist, ob die bevorstehenden Landtagswahlen am 20. September durch den Cyberangriff beeinträchtigt werden. Unmittelbar betroffen ist die Online-Beantragung von Briefwahlunterlagen, die aufgrund von Einschränkungen im digitalen Angebot des Landes Berlin nur gestört abläuft. Nachdem das Problem identifiziert wurde, sind die Wähler nicht in der Lage, über die QR-Codes auf den Wahlbenachrichtigungen die entsprechende Webseite zu erreichen. Bis zum 18. September müssen die Anträge für die Briefwahl gestellt werden, wobei die Online-Beantragung bis zum 15. September möglich ist.

Zudem sind auch das Wohnungsamt und die Straßenverkehrsbehörde von den Störungen betroffen. Das Wohnungsamt im Bezirk Pankow kann gegenwärtig keine Leistungen für Wohngeld, Bildung und Teilhabe bearbeiten, und es wird erwartet, dass auch keine Auszahlungen für BuT-Leistungen stattfinden werden. Die Einschränkungen betreffen ebenfalls die Beantragung verkehrsrechtlicher Anordnungen bei der Straßenverkehrsbehörde.

Die Ermittlungen sind inzwischen in vollem Gange. Die Senatskanzlei hat das Landeskriminalamt, die Staatsanwaltschaft Berlin und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hinzugezogen. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet, und ein Notfallkrisenstab wird das Geschehen leiten, um die Sicherheit des Landesnetzes zu priorisieren. Vor Kurzem war bereits ein technisches Versagen an den Berliner Gerichten aufgrund eines fehlerhaften Updates aufgetreten, was die Richter daran hinderte, auf digitale Akten zuzugreifen.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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