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Leben im Park Sanssouci: Ein Rückzugsort mit Charme

Markus S. · 02. November 2026, 10:46 Uhr · 4 Min. Lesezeit · 2 Aufrufe
Leben im Park Sanssouci: Ein Rückzugsort mit Charme

Heike Borggreve verabschiedete sich im Sommer mit einem augenzwinkernden Gruß von Freunden mit einem Foto, das sie und ihren Mann vor der Orangerie in Potsdam zeigt, umgeben von Palmen. Das Bild war jedoch nicht aus einem Urlaub im Süden entstanden, sondern vor ihrer eigenen Haustür. Das Paar lebt zur Miete in der Fasanerie, im Herzen des Parks Sanssouci.

Seit Juli 2018 wohnen die beiden in dieser idyllischen Umgebung, nachdem sie zuvor in Berlin-Charlottenburg lebten. Peter beschreibt den Unterschied als erheblich: "Es entschleunigt total." Er hebt hervor, dass es hier im Vergleich zur Hektik Berlins deutlich entspannter zugeht. „Hier ist es italienisch“, sagt der 71-Jährige und fügt hinzu: „Ich wollte hier nie mehr weg.“

Heike Borggreve schätzt die Nähe zur Natur und die kurzen Wege, die ihnen ihr Wohnort im Unesco-Welterbe bietet. Mit dem Fahrrad benötigt sie nur etwa zehn Minuten, um zur Arbeit in die Innenstadt zu gelangen. Ihr Boxerhund Iram begleitet sie und auch nach vielen Jahren in Brandenburgs Landeshauptstadt sagt sie, dass ihr „das Herz aufgeht“, wenn sie nach Berlin zurückkommt.

Die vielen Touristen, die den Park und das Schloss Sanssouci besuchen, stören das Ehepaar nicht. Der Bereich, in dem sie wohnen, ist ruhiger als die gegen Ende des Parks liegende Schlossanlage. Gelegentlich kommen Besucher vorbei, um nach dem Weg zu fragen oder die Fasanerie zu fotografieren, während Heike und Peter auf ihrer Terrasse entspannen.

Ihr Alltag ist geprägt von Spaziergängen, Nachbarn und Gartenarbeit. Gemeinsam mit anderen Bewohnern kümmern sie sich um die Pflege der Blumen und genießen gesellige Abende mit einem Glas Wein. In ihrem Haus leben insgesamt fünf Mietparteien, und die Nachbarschaft wird als harmonisch beschrieben.

Die besonderen Gegebenheiten des historischen Gebäudes bringen allerdings auch Regeln mit sich. Renovierungen bedürfen der Zustimmung des Denkmalschutzes. Heike erklärt: „Wenn wir irgendwas Bauliches machen wollten, dann müssen wir natürlich immer fragen.“ So musste das Paar bei der Anbringung einer Balkon-Jalousie die Farb- und Materialwahl mit dem Denkmalpfleger absprechen. Selbst für einen Teppich im Treppenhaus, der die Sicherheit verbessern sollte, war eine Genehmigung notwendig.

Die Wohnung hat Wände, an denen noch alte Tapeten zu sehen sind. Peter erzählt, dass ein Maler diese nicht überstreichen wollte, da die historischen Merkmale erhalten bleiben sollten. "Uns gefällt das so, wie es ist", sagt er.

Das Wohnen im historischen Park erfordert auch eine Portion Eigeninitiative, da es in den alten Mauern im Winter besonders kalt werden kann. Bei Bedarf heizen die Borggreves die Öfen mit Holz oder Kohlen, was ebenfalls im Einklang mit der Stiftung geschehen muss. Diese Öfen, mit ihren kunstvollen Verzierungen, sind ein echter Blickfang.

Wie kommt man jedoch an eine solche Wohnung? Heike Borggreve (62) ist Mitarbeiterin bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG), die auch die Vermietungen verwaltet. Ihre Wohnung bewertete sie bereits viele Jahre vor ihrem Einzug, bis schließlich die Zusage von ihrem Arbeitgeber kam.

Ein Sprecher der SPSG erklärte, dass grundsätzlich jeder Mitarbeiter Bedarf anmelden kann, jedoch nach sozialen Kriterien und in enger Absprache mit dem Personalrat vergeben wird. Die Mietverträge orientieren sich an den aktuellen Mietspiegeln. Externen Personen ist es nicht möglich, diese Wohnungen zu mieten, und auch ein Arbeitsplatzverlust führt in der Regel zur Kündigung der Mietverträge. Pensionäre haben meist jedoch ein internes Wohnrecht.

Aktuell verwaltet die Stiftung 103 vermietete Wohnungen in den Parks und Schlössern, während 76 Wohnungen leer stehen, die entweder saniert werden oder in der Vergangenheit genutzt werden konnten. Die Mezzaningeschosse im Orangerieschloss dürfen beispielsweise aus baurechtlichen Gründen nicht mehr vermietet werden.

Gelegentlich wird Heike Borggreve von Besuchern gefragt, wie es sich in diesem historischen Umfeld leben lässt, und sie antwortet: "Man fühlt sich schon privilegiert. Man kommt hierhin und ist in so einem wunderschönen Haus. Ja, da darf ich wohnen."

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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