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Berlins Wohnungsnot erreicht neue Dimensionen

Markus S. · 26. August 2026, 12:23 Uhr · 2 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Berlins Wohnungsnot erreicht neue Dimensionen

Laut dem Paritätischen Wohlfahrtsverband leben in den Obdachlosenunterkünften Berlins mittlerweile fast zehnmal so viele Menschen wie im Jahr 2012. Im Januar 2026 waren es rund 57.000 Personen, die in den ASOG-Unterkünften untergebracht sind, wie Timothy Redfern, Referent für Armuts- und Wohnungsnotfallhilfe, bei einem Pressegespräch mit dem Verein für Straßensozialarbeit Gangway mitteilt. Zum Vergleich, im Dezember 2012 waren es nur 6.200 Menschen, und darüber hinaus leben derzeit schätzungsweise 6.000 bis 7.000 weitere Menschen auf den Straßen der Hauptstadt.

Der Begriff ASOG steht für das „Allgemeine Gesetz über den Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ in Berlin, welches die Bezirke verpflichtet, wohnungslose Menschen adäquat unterzubringen. Die Hauptursache für den Anstieg der Obdachlosigkeit wird von den Sozialarbeitern in dem akuten Wohnungsmangel erkannt. Die Entstehung von Obdachlosigkeit wird nicht nur auf persönliche Schicksale zurückgeführt. „Die Situation ist das Ergebnis eines unbezahlbaren Wohnungsmarktes, einer konstant hohen Armutsquote und eines Unterbringungssystems, das am Limit operiert“, erklärt Redfern und fügt hinzu: „Je teurer und knapper Wohnraum ist, desto mehr Menschen geraten in Obdachlosigkeit.“ Zudem spielen persönliche Krisen, Krankheit, Trennungen oder häusliche Gewalt eine erhebliche Rolle.

Im Vorfeld der Abgeordnetenhauswahl fordern Gangway und der Paritätische Wohlfahrtsverband dringend Maßnahmen zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Tino Kretschmann, Streetworker von Gangway, weist auch darauf hin, dass mehr niedrigschwellige Angebote für Wohnungslose notwendig sind und die Wohnunterkünfte neu gestaltet werden müssen. Viele Menschen leben jahrelang unter schwierigen Bedingungen in Mehrbettzimmern, und Familien müssen auf engstem Raum wohnen. Zusätzlich gibt es nicht überall eine ausreichende Unterstützung durch Sozialarbeiter. Kretschmann wünscht sich mehr Empathie für die Betroffenen und appelliert daran, dass die Berlinerinnen und Berliner obdachlose Menschen nicht als bloßen Störfaktor wahrnehmen.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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