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Nura-Porträt in Südtirol wegen Politikverbot abgehängt

Berliner Morgenpost — Berlin · 22. Juli 2026, 07:49 Uhr · 2 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Nura-Porträt in Südtirol wegen Politikverbot abgehängt

Die Berliner Rapperin Nura beschäftigt sich in ihrer Musik mit politischen Themen, wie beispielsweise in ihrem 2021 erschienenen Lied „Fair“, dessen Textzeile lautet: „Warum ist es der Flüchtling, der dir Angst macht, und nicht die Nazis im Landtag“. Aufregung um diesen Song bleibt nicht aus, insbesondere in Südtirol.

In einer Stadtgalerie sollte ein Porträt der Künstlerin, versehen mit einem Zitat aus ihrem Lied, ausgestellt werden. Laut Berichten des „Tagesspiegel“ wurde das Bild jedoch entfernt, weil sich Besucher über den politischen Gehalt beschwert haben. Der Ausstellungsveranstalter entschied daraufhin, das Kunstwerk abzuhängen, da es als „zu politisch“ empfunden wurde.

Das Porträt wurde von Carmen Maria Alber geschaffen, die auf das leere Wandfeld in der Galerie hingewiesen wurde. Zunächst hätte sie gedacht, das Bild sei verkauft worden. Alber beschreibt ihre Kunst nicht als politisch, sondern sieht die Entscheidung für das Nura-Porträt als spontane Reaktion auf eine „Remigration“-Demonstration in Bozen. Sie konnte nicht an der Gegenkundgebung teilnehmen, entschied sich jedoch, ihr Gefühl für den Moment in einem Bild festzuhalten.

Trotz der Abhängung bleibt das Nura-Porträt nicht ganz der Öffentlichkeit verborgen. Nach Alber's Instagram-Äußerungen zur Diskussion über die Kunstfreiheit hat sich der Südtiroler Regierungschef Arno Kompatscher bei ihr gemeldet. Laut Alber übermittelte er die Anfrage, ob er das Bild als Leihgabe im Sitz der Landesregierung ausstellen dürfe. Seit Juli 2026 ist das Porträt nun dort zu sehen. Kompatscher äußerte, dass man Kunst und deren Botschaften akzeptieren müsse, auch wenn man nicht immer übereinstimme.

Er bezeichnet die Botschaft des Nura-Porträts als „richtig, pointiert und gut platziert“. Dennoch gibt es ein gewisses Spannungsfeld, da Kompatscher Mitglied der SVP ist und seit 2023 mit der rechten Fratelli d’Italia koaliert, der auch Giorgia Meloni angehört. Kompatscher sieht darin keinen Widerspruch, sondern betont, dass das Bild in diesem prominenten Kontext Menschen zum Nachdenken über Migration, den Rechtsruck und die Freiheit der Kunst anregen soll.

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