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Berliner Wirtschaft fordert neue Wachstumsstrategie der Koalition

Markus S. · 02. November 2026, 09:51 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Berliner Wirtschaft fordert neue Wachstumsstrategie der Koalition

Anlässlich der Eröffnung der Koalitionsverhandlungen erhebt die Berliner Wirtschaft eine klare Forderung an die neuen Regierungsparteien: Wachstum soll zur politischen Priorität erhoben werden, um die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern. Mehr als 20 Kammern und Verbände, die im Runden Tisch der Wirtschaft organisiert sind, haben zentrale Punkte formuliert. Laut einer gemeinsamen Pressemitteilung stehen Bürokratie, lange Genehmigungszeiten, der Mangel an Fachkräften, begrenzte Gewerbeflächen sowie die angespannten Haushaltslagen der Entwicklung des Standorts entgegen.

Die Wirtschaft fordert unter anderem eine effizientere Verwaltung, reduzierte Berichtspflichten und schnellere Genehmigungsprozesse. Zudem sollte der Wohnungsbau und die Schaffung neuer Gewerbeflächen gefördert werden. Die Verbände sprechen sich auch gegen Vergesellschaftungen aus, da diese ihrer Meinung nach Investitionen und Wirtschaftswachstum behindern.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Infrastruktur. Berlin müsse sich intensiver um den Ausbau von Verkehrswegen und öffentlichen Einrichtungen kümmern und seine Krisenresistenz erhöhen. Auch die Gewinnung von Fachkräften und die Förderung der dualen Ausbildung zählen zu den zentralen Anliegen.

Stefan Moschko, Präsident der Unternehmensverbände, äußerte: „Wenn die Parteien es ernst meinen mit zusätzlichem Wachstum für Berlin, müssen sie auch die dafür passenden Rahmenbedingungen schaffen.“ Er sieht den Abbau von Bürokratie, den Verzicht auf neue Steuern und eine Stärkung von Bildung sowie Infrastruktur als essenziell an. Laut Moschko sei es wichtig, dass Berlin für private Geldgeber attraktiver wird. „Wirtschaftsdynamik entsteht nur, wenn die Unternehmen an den Standort Berlin glauben.“

Auch Sebastian Stietzel, Präsident der IHK, betont die Bedeutung privater Investitionen zur Bewältigung der Herausforderungen der Hauptstadt. Diese seien notwendig, um Arbeitsplätze zu schaffen und die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern. Dafür wird zuverlässige Planung und schnellere Entwicklungen gefordert.

Carola Zarth, Präsidentin der Handwerkskammer Berlin, sieht ebenfalls einen großen Bedarf an Planungssicherheit. Die neue Regierung müsse Aspekte wie bezahlbares Wohnen, soziale Verantwortung, solide Haushaltsführung sowie die Schaffung eines leistungsstarken Wirtschaftsstandortes in Einklang bringen. Bei der Wohnungspolitik dürfe nicht nur der Besitz im Vordergrund stehen, sondern es müsse auch gebaut, modernisiert und instand gehalten werden.

Die Forderungen der Verbände betonen, dass klare Prioritäten im kommenden Haushalt gesetzt werden müssen. Der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) erhebt Sicherheit als zentrales Thema für den Standort. Geschäftsführerin Ute Weiland fordert einen stärkeren Schutz kritischer Infrastrukturen sowie mehr Engagement in den Bereichen Cybersicherheit und Katastrophenschutz. Zudem erwarte sie von den Koalitionspartnern eine deutliche Ablehnung von Antisemitismus.

Weitere Verbände setzen eigene Schwerpunkte: Die Kreativ- und Digitalwirtschaft fordert verstärkte Unterstützung für Künstliche Intelligenz und neue Geschäftsmodelle. Die Architektenkammer wünscht sich, dass Klimaschutz als gemeinschaftliche Aufgabe in den Koalitionsvertrag aufgenommen wird, während die Fachgemeinschaft Bau eine effizientere Bauverwaltung fordert.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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