Remmo bei Linken-Wahlveranstaltung – Scharfe Reaktionen der Politik
Am Sonntag nahm Issa Remmo an der Wahlparty der Linken im Neuköllner Bezirksverband teil, was sofort heftige Reaktionen hervorrief. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU), äußerte auf der Plattform X, dass die Anwesenheit von Remmo ein "verstörendes Signal" sei. In einer Erklärung betonte die Linke in Neukölln, dass Remmo nicht eingeladen war und es keine politischen oder persönlichen Verbindungen zu ihm gebe.
Wegner forderte die Berliner Linke zu einer "klaren und transparenten Erklärung" auf, um zu klären, wie Remmos Auftritt zustande gekommen sei. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass eine Partei, die Verantwortung in der Stadt anstrebt, unmissverständlich klarstellen müsse, dass keine Nähe zu strukturierten Gruppen bestehen dürfe, die der organisierten Kriminalität zuzurechnen sind.
In einem Gespräch mit der Berliner Morgenpost sagte Remmo: "Die Berliner Linke ist Juden gegenüber nicht feindlich eingestellt." Er erlebte eine Art Unterstützung von der Partei und behauptete, keinen judenfeindlichen Politiker zu wählen.
Die Neuköllner Linke stellte klar, dass Remmo nicht auf der Gästeliste stand. Jorinde Schulz, ein Mitglied des Bezirksvorstands, wies darauf hin, dass es sich um eine öffentliche Veranstaltung handelte, zu der auch ungeladene Gäste zutreten konnten, aber Remmo keinen besonderen Zugang hatte.
Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp erklärte im ZDF, dass Remmo die Veranstaltung verlassen musste. Sie betonte die klare Distanzierung ihrer Partei von jeglicher Form der organisierten Kriminalität. Eralp machte deutlich: "Mit organisierter Kriminalität haben wir nichts zu tun, die bekämpfen wir."
Remmo, der den Auftritt gesehen hat, zeigte sich zufrieden mit den ersten Wahlergebnissen der Linken und kommentierte die Veranstaltung mit den Worten, dass er sich über Parteien freue, die nicht mit ihren Frauen in teure Geschäfte in Paris gehen. Dieser Satz blieb allerdings vage und es blieb unklar, auf wen genau er anspielte.
Wegner warnte davor, Zweifel an der Notwendigkeit von Distanz zu organisierter Kriminalität aufkommen zu lassen. Er sprach über die großen Anstrengungen, die Berlin unternommen hat, um kriminelle Strukturen zu bekämpfen.
Issa Remmo, dessen Name auch als Isa geschrieben wird, gilt als Anführer der Remmo-Familie, die seit den 1980er-Jahren in Berlin lebt. Diese Großfamilie wird häufig mit Clankriminalität in Verbindung gebracht. Einzelne Familienmitglieder wurden für spektakuläre Verbrechen verurteilt, wie den Diebstahl der Goldmünze „Big Maple Leaf" im Jahr 2017 und den Einbruch ins Grüne Gewölbe in Dresden 2019.
Im Jahr 2018 beschlagnahmte die Berliner Staatsanwaltschaft 77 Immobilien, die mit der Remmo-Familie in Verbindung gebracht wurden, da vermutet wurde, dass diese mit illegalem Geld erworben wurden. Zu den beschlagnahmten Immobilien gehörte unter anderem eine Villa in Berlin-Buckow, die Angehörige der Familie Anfang 2024 verlassen mussten. Die rechtlichen Auseinandersetzungen um das Vermögen dauerten über Jahre an.
- Wahlbeteiligung in Berlin 2026 übertrifft Erwartungen
- Elif Eralp: Die neue Hoffnung der Linken für die Berlin-Wahl 2026
Über den Autor
Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!