Elif Eralp: Die Linke will das Rote Rathaus in Berlin erobern
Elif Eralp strebt in der Berlin-Wahl 2026 nach dem Rotes Rathaus und möchte Kai Wegner, den amtierenden Regierenden Bürgermeister, ablösen. Aktuelle Umfragen deuten darauf hin, dass diese Ambition realistisch sein könnte, da ihre Partei in den Sonntagsfragen ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CDU führt. Knapp dahinter folgen AfD, Grüne und SPD.
Die 1981 in München geborene Elif Eralp wuchs in einem politisch aktiven Elternhaus auf; ihre Eltern waren Sozialisten und flohen 1980 vor politischer Verfolgung aus der Türkei. Nach einem Umzug mit ihrer Familie nach Hamburg studierte Eralp dort Rechtswissenschaften. 2010 ließ sie sich in Berlin nieder und arbeitete als Referentin für Rechtspolitik bei der Bundestagsfraktion der Linken, mit dem Ziel, Menschenrechtsanwältin zu werden. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern.
Eralp ist seit 2017 Mitglied der Linken und wurde 2018 in den Landesvorstand gewählt. Bei der Wahl 2021 verlor sie im Wahlkreis 2 gegen die grüne Kandidatin, schaffte es jedoch über ihren Listenplatz ins Abgeordnetenhaus. Nach erfolgreicher Verteidigung ihres Sitzes bei der Wiederholungswahl 2023 wurde sie im Mai 2025 zur stellvertretenden Vorsitzenden der Berliner Linken ernannt. Im Oktober letzten Jahres erhielt sie die Nominierung zur Spitzenkandidatin für die bevorstehenden Wahlen.
Die Linke unter Eralps Führung setzt ihren Schwerpunkt auf soziale Gerechtigkeit und die Bekämpfung des Wohnungsmangels. In einem Interview betonte sie, dass die zunehmenden Unterschiede zwischen Arm und Reich hauptsächlich durch überhöhte Mieten verursacht werden. Sie will Berlin vor unsozialen politischen Entscheidungen schützen und setzt sich für umfassende Mieterschutzmaßnahmen ein. Geplante Initiativen beinhalten ein Verbot von möblierten Wohneinheiten in Milieuschutzgebieten sowie ein Verbot von Ferienwohnungen in Wohngebieten. Darüber hinaus will sie sicherstellen, dass große Vermieter einen bestimmten Anteil der frei werdenden Wohnungen an einkommensschwache Mieter vermieten.
In einem aktuellen Interview äußerte sie sich auch zu verschiedenen städtischen Themen. Sie befürwortet Tempo 30 in der Innenstadt, eine Reduktion des Autoverkehrs sowie nachhaltige Mobilitätsalternativen. Zudem lehnt sie eine Olympiabewerbung Berlins ab und spricht sich gegen eine Bebauung des Tempelhofer Feldes aus.
Ein umstrittener Auftritt des Rappers Dahabflex bei einer Wahlkampfveranstaltung der Neuköllner Linken sorgte im August 2026 für bundesweite Aufmerksamkeit. Eralp verurteilt diesen Auftritt scharf und stellt klar, dass Aufrufe zur Gewalt und zur Tötung von Menschen nicht toleriert werden. Sie fordert eine umfassende Aufklärung der Umstände und Konsequenzen nach diesem Vorfall, da sie sich klar gegen Antisemitismus positioniert und den Schutz jüdischen Lebens unterstützt.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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