Cyberangriff auf Berlins Landesnetz: Entwarnung fehlt weiterhin
Die Senatsverwaltungen für Verkehr und Stadtentwicklung, die seit einem Cyberangriff isoliert waren, sind nun wieder ans Landesnetz angeschlossen. Dennoch warnt der Berliner Chief Digital Officer Florian Huber (CDU) vor zu optimistischen Ansichten und betont, dass dies noch lange keine Entwarnung bedeutet. Am Montag erklärte Huber im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses, dass es voreilig wäre zu sagen, dass der Vorfall hinter uns liege.
Der momentane Kenntnisstand sei zwar beruhigend, da keine sensiblen Daten während des professionellen Angriffs abhanden gekommen seien, doch dies könne sich jederzeit ändern. Derzeit laufen weiterhin umfassende Untersuchungen durch das Landeskriminalamt sowie die Staatsanwaltschaft. Huber betont, dass es zwar aktuell keine Hinweise auf weitere infiltrierte Systeme gebe, jedoch bestehe dennoch der Verdacht, dass nicht alle Probleme erkannt wurden. Aus diesem Grund wird das Landesnetz systematisch gescannt und analysiert, um potenzielle Gefahren auszuschließen.
Zusätzlich merkt Huber an, dass kein System langfristig vor Angriffen gefeit ist, auch wenn in der Regel monatlich etwa 1,2 Millionen Angriffe erfolgreich abgewehrt werden. Der Vorfall habe jedoch eklatante strukturelle Schwächen innerhalb der IT der Berliner Verwaltung aufgezeigt. Er forderte alle Verantwortlichen auf, diese Defizite anzugehen und die erforderlichen finanziellen und organisatorischen Ressourcen bereitzustellen.
Innensenatorin Iris Spranger (SPD) stellte außerdem klar, dass der temporäre Ausfall bei der Beantragung von Briefwahlunterlagen keinen Anlass zur Anfechtung der kommenden Abgeordnetenhauswahl im September darstellt. Nach den aktuellen Kenntnissen sei die Wahl-Infrastruktur nicht betroffen worden. Die betroffenen Senatsverwaltungen waren seit dem 14. August aufgrund des Cyberangriffs vom Landesnetz abgekoppelt, was zu erheblichen Verzögerungen, unter anderem bei der Bearbeitung von Wohngeldanträgen, führte.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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