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Innensenatorin Spranger spricht sich für Parkschließung aus

Markus S. · 24. August 2026, 08:56 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Innensenatorin Spranger spricht sich für Parkschließung aus

Die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat in einer Sitzung des Innenausschusses des Abgeordnetenhauses öffentlich ihre Unterstützung für die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks ausgedrückt. "Ich tue das nicht gerne, aber als Innensenatorin stehe ich klar für die Schließung des Parks in der Nacht", erklärte Spranger am Montag. Sie betonte, dass ihre Position auf Informationen der Berliner Polizei basiert.

Im Gegensatz dazu befürwortet der Spitzenkandidat der SPD, Steffen Krach, keine nächtliche Schließung des Parks. Er hatte Anfang August dem "Tagesspiegel" erklärt: "Mit mir wird es keine nächtliche Schließung geben. Der Zaun um den Görlitzer Park verlagert das Problem nur. Ich will es ernsthaft lösen, und das schafft man nicht mit Symbolpolitik."

Der Görlitzer Park ist einer der sieben kriminalitätsbelasteten Orte Berlins und gilt als zentraler Treffpunkt für Drogenhändler sowie -konsumenten. Der Drogenhandel erstreckt sich auch auf die angrenzenden Kieze. Die CDU-geführte Landesregierung hatte zur Bekämpfung des Problems an den Parkeingängen verschließbare Tore errichtet und plante ursprünglich, den "Görli" seit dem 1. März nachts zu schließen. Diese Maßnahme wurde jedoch Anfang Juni von einem Berliner Verwaltungsgericht in einem Eilverfahren gekippt, sodass der Park seitdem wieder nachts zugänglich bleibt.

Steffen Krach schlägt vor, auf das sogenannte Zürcher Modell zurückzugreifen, bei dem der Drogenkonsum und der mikrohandel, also der kleinteilige Verkauf von Rauschmitteln, an bestimmten Orten in der Schweiz toleriert wird.

Barbara Slowik Meisel, die Polizeipräsidentin, erklärte, dass die nächtliche Schließung des Parks aus Sicht der Polizei nie ausschließlich zur Bekämpfung des Drogenhandels erfolgt sei. Vielmehr gehe es darum, nächtliche Straftaten wie Vergewaltigungen und Körperverletzungen einzudämmen. Diese Aussage wurde allerdings in der Vergangenheit nicht immer klar kommuniziert.

Aktuelle Zahlen der Polizei zeigen, dass im Jahr 2025 insgesamt 4046 Straftaten im Görlitzer Park und im angrenzenden Wrangelkiez erfasst wurden. Bis Ende Juni 2026 belief sich die Zahl auf 2097. Während der dreimonatigen nächtlichen Schließung kam es zu einer Verschiebung der Delikte. Im Jahr 2025 waren Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mit 642 registrierten Straftaten die häufigsten Delikte, während 2026 hingegen Diebstähle aus Autos mit 346 erfassten Straftaten an erster Stelle standen. Zudem tauchten Drogendelikte bis Ende Juni 2026 nicht einmal unter den fünf häufigsten Deliktfeldern im und um den Görlitzer Park auf.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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