CSD in Berlin: Drag March und Alexanderplatz als Pride-Bahnhof
Der diesjährige Christopher Street Day (CSD) in Berlin begann am Freitagnachmittag mit dem Drag March. Gegen 17 Uhr setzte sich der bunte Zug in Bewegung und führte vom Platz der Republik zum Brandenburger Tor, wo am Abend eine Veranstaltung zur Demokratie stattfand. Die bekannte Rapperin Ikkimel wird ebenfalls auftreten. Zudem findet die traditionelle Demonstration lesbischer Frauen, der Dyke March, vom Roten Rathaus nach Kreuzberg statt.
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) verfügt über 150 Mitarbeitende und 60 Fahrzeuge, die während des CSD für die Sauberkeit sorgen. BSR berichtet, dass das Team Orange dem Umzug direkt folgt, um die Umgebung schnell wieder für den Verkehr freizugeben. Im vergangenen Jahr sammelte die BSR etwa 120 Kubikmeter Abfall ein, und die Mitarbeiter werden auch in diesem Jahr T-Shirts mit dem Motto #GemeinsamFürVielfalt tragen, um ein Zeichen für Respekt und Toleranz zu setzen.
Gleichzeitig haben junge Rechtsextreme Proteste gegen den CSD angekündigt. Laut Polizei wurde eine angemeldete Versammlung für den Potsdamer Platz organisiert, die von Gruppierungen wie der „Jägertruppe Berlin-Brandenburg“ und den „Deutschen Patrioten Voran“ durchgeführt wird. Die Demonstration unter dem Motto „Wir sagen 'Nein zum CSD' – Schluss mit den Gendern – Es gibt nur zwei Geschlechter 'Mann und Frau'“ soll um 12.30 Uhr beginnen.
Im Berliner Aesop-Store am Kurfürstendamm wird eine Queer Library eingerichtet, in der queere Literatur von LGBTQIA+-Autoren zur kostenlosen Mitnahme angeboten wird. Die Initiative zielt darauf ab, die Sichtbarkeit queerer Perspektiven zu fördern und den Austausch über Literatur zu stärken. Dies ist Teil eines internationalen Projekts von Aesop.
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) verliehen dem U-Bahnhof Alexanderplatz anlässlich des CSD ein neues Gesicht. Auf Instagram kündigte die BVG an: „Ob er oder sie oder alle anderen: bei uns ist Platz für alle. Happy Pride!“ Die Station wurde mit Regenbogenfarben dekoriert und trägt nun den Namen „Alex m/w/d“. Nutzer kommentierten das auf der Plattform unterschiedlich. Während einige sich positiv äußerten, gab es auch Kritik.
Außerdem nimmt Hertha BSC erstmals mit einer eigenen Fußgruppe am CSD teil. Um 12 Uhr ist die Gruppe am Marion-Gräfin-Dönhoff-Platz verabredet. Der Umzug fällt auf den 134. Geburtstag des Vereins.
Ikkimel wird am Freitagabend beim CSD am Brandenburger Tor auftreten und bereitwillig ohne Gage singen. Die Wiederentdeckung ihrer musikalischen Leistungen und ihr Engagement für queere Themen haben ihr viel Anerkennung gebracht.
Am Samstag wird Sarah Connor die Bühne vor dem Brandenburger Tor betreten und verzichten ebenfalls auf eine Gage. Die Organisatoren hatten ihren Auftritt bis kurz vor der Veranstaltung geheim gehalten, um großen Andrang zu vermeiden. Marcel Voges, Vorstandsmitglied des Berliner CSD, drückte die Wertschätzung für Connors Unterstützung der queeren Community aus.
In diesem Jahr findet der CSD erstmals an zwei Tagen statt. Neben den Feierlichkeiten mit Musik und Reden müssen die Teilnehmer jedoch auch mit Einschränkungen bei den Verkehrsverbindungen planen, da zwischen Freitagabend und Montagmorgen Zugverbindungen unterbrochen sind. Der Ersatzverkehr wird mit Bussen organisiert.
Das Möbelhaus Höffner hat seine Teilnahme am CSD abgesagt, nachdem der Eigentümer eine beträchtliche Summe an die AfD gespendet hatte. Trotz der Kritik bekräftigte das Unternehmen seine Unterstützung für die LGBTQIA+-Community, zieht jedoch die Konsequenz und wird nicht mit einem Wagen beim CSD teilnehmen.
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