Eralp unter Druck: Kuratorium fordert Dialog zur Olympiabewerbung
Das Kuratorium der Bewerbung für die Olympischen Spiele in Berlin hat Elif Eralp, die Spitzenkandidatin der Berliner Linken, eingeladen, sich in einen Dialog zu begeben. Nur wenige Tage vor der Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) über den deutschen Kandidaten solle die Debatte über die Bewerbung basierend auf dem vorliegenden Konzept wieder aufgerollt werden.
Nach dem Wahlsieg ihrer Partei beim Abgeordnetenhaus hatte Eralp den Olympiaplänen in Berlin eine klare Absage erteilt. „Der Wahlkampf ist vorbei. Jetzt sollte es darum gehen, Argumente abzuwägen, einander zuzuhören und auch Positionen, die im Wahlkampf vertreten wurden, anhand des inzwischen vorliegenden Konzepts noch einmal zu überprüfen“, erklärte das Kuratorium, dem auch der Bundestagsabgeordnete und Eralps Parteikollege Dietmar Bartsch angehört.
Das Kuratorium appellierte an Eralp, sich die erforderliche Zeit zu nehmen, um "BERLIN+ und das gemeinsam erarbeitete Konzept sorgfältig anzuschauen". Sie solle mit den beteiligten Akteuren, dem Sport und dem Kuratorium in den Austausch treten. „Eine Entscheidung von solcher Tragweite für Berlin sollte nicht vorschnell getroffen werden“, hieß es weiter.
Eralp, die Anwärterin auf das Amt der Regierenden Bürgermeisterin, hatte am Montag deutlich gemacht, dass sie gegen Olympia sei. „Ich habe ganz klar gesagt, dass ich beispielsweise die sechs Millionen Euro, die bereits für die Olympiabewerbung ausgegeben wurden, für eine Steuergeldverschwendung halte. Und es sollen ja noch viele Millionen, Milliarden dazukommen. Ich sehe keinen Vorteil für Berlin. Deswegen haben wir uns dagegen entschieden, Olympia zu unterstützen. Und das sehe ich auch heute noch so.“
Das Kuratorium wies darauf hin, dass die Bewerbung „keiner Partei und keiner einzelnen Regierung“ gehört. Sie sei in einem breiten Prozess entstanden und erhielt Unterstützung durch eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus. Der DOSB wird am 26. September darüber entscheiden, wer den deutschen Antrag für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 stellen wird. Neben Berlin sind auch München und Köln/Rhein-Ruhr in der Auswahl.
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Über den Autor
Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.
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