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Fünf Jahre Taliban: Kunstaktion für Afghanistan in Berlin

Markus S. · 17. August 2026, 11:56 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
Fünf Jahre Taliban: Kunstaktion für Afghanistan in Berlin

Im Rahmen des fünfjährigen Jahrestags der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan realisiert die Initiative Kabul Luftbrücke eine eindrucksvolle Kunstaktion mit einer Künstlerin aus Berlin. Anne Bengard bringt das Werk einer afghanischen Kollegin auf eine Wand in der Nähe der bekannten East Side Gallery in Berlin an. Die Schöpferin des Originals, die in Kabul unter dem Pseudonym „Reha“ arbeitet, bleibt aus Sicherheitsgründen anonym, was auf Dari „Freiheit“ bedeutet. Bengard möchte als „Sprache und Werkzeug“ ihrer Kollegin fungieren und überträgt deren emotionales Bild auf die Fassade des Cocktailklubs „Sensorium“ an der Warschauer Straße.

Das monumentale Wandbild, das von Bengard erschaffen wird, zeigt eine faszinierende Ansammlung von Augen, die hinter einem schweren roten Vorhang hervorschauen – ein starkes Symbol für den stummen Protest und den verborgenen Blick der Menschen in Afghanistan. Die Kunstaktion wird von einer Kundgebung begleitet, zu der 175 Teilnehmer erwartet werden. Bei dieser Veranstaltung werden mehrere afghanische Redner zu Wort kommen, um über die gegenwärtige Lage in Afghanistan zu sprechen, insbesondere über die verheerenden Umstände, mit denen Frauen, queere Personen und Künstler konfrontiert sind.

Bengard betont, dass sie für ihre afghanische Kollegin, die in einem repressiven Regime lebt, eine Art Sprachrohr sein möchte. Sie äußert im Gespräch, dass viele afghanische Künstlerinnen unter dem Taliban-Regime Angst haben, ihre Werke offen zu zeigen, und dass viele bereits ihre Kunst verloren haben. Im Gegensatz dazu fühlt sie sich in Berlin frei, ihre Kunst zu machen und sich mit anderen Kreativen auszutauschen.

Die Realität für Frauen in Afghanistan bleibt katastrophal: von einem Verbot zu singen über den Ausschluss von Bildung bis hin zur Isolation in ihren eigenen vier Wänden. „Fünf Jahre nach dem 15. August 2021 ist die Situation in Afghanistan für Frauen, Mädchen und queere Menschen zunehmend unerträglich. Währenddessen normalisiert die Bundesregierung politische Kontakte mit den Taliban und bahnt damit den Weg zu einer potenziellen politischen Anerkennung,“ erklärt eine Sprecherin der Initiative.

Eine afghanische Frau, die vor drei Jahren nach Deutschland flüchtete, berichtet von ihrer Angst, die sie bereits vor drei Jahrzehnten verspürte, als die Taliban zum ersten Mal an die Macht kamen. Trotz ihres neuen Lebens fühlt sie sich unsicher, und die Lage bleibt angespannt. Die anwesenden Personen wünschen, anonym zu bleiben, da Berichte der Vereinten Nationen dokumentieren, dass die Taliban Listen führen, um ehemalige Regierungsmitarbeiter, Sicherheitskräfte und Kritiker zu verfolgen.

Interessanterweise wurde im Oktober 2025 bekannt, dass die afghanische Botschaft in Berlin plant, eine Taliban-Flagge zu hissen. Dennoch weht bisher die Flagge der Islamischen Republik Afghanistan am Botschaftsgebäude in Grunewald, und die Bundestagsregierung erkennt das derzeitige Taliban-Regime nicht als legitime Regierung Afghanistans an.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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