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SPD: Millioneninvestitionen in die Drogenhilfe geplant

Markus S. · 17. August 2026, 11:51 Uhr · 3 Min. Lesezeit · 1 Aufrufe
SPD: Millioneninvestitionen in die Drogenhilfe geplant

Der Konsum von Crack in Hauseingängen, auf U-Bahnhöfen oder auf der Straße wird zunehmend zur Belastung für die zentralen Stadtteile Berlins. Um diesem Problem zu begegnen, setzt die SPD auf die Ausweitung von niedrigschwelligen Hilfsangeboten und die Verringerung bürokratischer Hürden. Am Montag präsentierte Steffen Krach, der Spitzenkandidat der SPD für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September, ein neues Programm zur Bekämpfung der Drogenkrise und kündigte bei einem Wahlsieg finanzielle Mittel in Millionenhöhe an.

Die Ansätze, die Krach vorstellte, sind nicht neu, was er selbst anmerkte: "Es fehlt aber an vielen Stellen an einer konsequenten Umsetzung." Viele Initiativen seien unzureichend finanziert oder steckten in Projektphasen fest. Die Hilfsangebote seien ungleich verteilt und würden nicht ausreichend auf moderne Drogen, Mischkonsum, digitale Vertriebswege sowie junge Risikogruppen ausgelegt, wie im Konzept verdeutlicht wird.

Krach und die SPD fordern eine Erhöhung der Drogenkonsumräume. Zurzeit gibt es nur fünf Einrichtungen, in denen Abhängige unter hygienischen Bedingungen konsumieren können – zwei davon in Kreuzberg sowie je eine in Moabit, Wedding und Neukölln. Krach betont die Notwendigkeit, öffentliche Liegenschaften zu nutzen und Eigentümer von Immobilien zu überzeugen. Zudem soll die Legalisierung des Verkaufs kleiner Mengen Drogen zwischen Nutzern in diesen Konsumräumen thematisiert werden.

Eine weitere Maßnahme soll die Verbesserung des Drugcheckings sein, das die chemische Analyse von Drogen auf gefährliche Verunreinigungen oder starke Wirkstoffe umfasst. Auch digitale Warnungen sollen schneller verbreitet werden, und es ist eine zentrale Meldestelle für Drogenwerbung geplant. Diese richtet sich gegen Flyer oder Visitenkarten, die von Dealern verteilt werden, um Drogen online zu bestellen.

Krach möchte zudem 1000 zusätzliche Wohnungen im Rahmen des „Housing-First“-Programms schaffen. Diese Unterkünfte für Obdachlose sind nicht an Bedingungen wie Abstinenz gebunden. "Es geht aber auch schlicht darum, Leben zu retten", so Krach. Im Jahr 2025 gab es in Berlin 300 Drogentote, 70 mehr als noch drei Jahre zuvor, wobei jeder vierte Tote unter 30 Jahren alt war.

Ein weiterer Punkt ist die breite Verfügbarkeit von Naloxon, einem lebensrettenden Medikament, das bei einer Überdosis als Nasenspray eingesetzt wird und tödliche Atemstillstände verhindert. In den USA sind Polizisten in besonders betroffenen Regionen bereits damit ausgestattet. Krach möchte auch in Berlin eine Verteilung des Medikaments an Mitarbeiter der BVG ermöglichen.

Bis 2030 soll der gesamte Bereich der Drogen- und Suchthilfe rund um die Uhr erreichbar sein. Für erste Maßnahmen, wie beispielsweise die Naloxon-Offensive, sind bis 2027 erste Mittel in Höhe von einer Million Euro eingeplant. Um die Suchthilfe wie geplant auszubauen, sind bis 2028 und 2029 jeweils 13 Millionen Euro sowie erneut jeweils 25 Millionen Euro bis 2030 nötig. Krach ist überzeugt, dass sich Berlin dies bei einem Haushalt von über 45 Milliarden Euro leisten kann. "Es gibt keine einfachen Lösungen, aber Zäune gehören nicht dazu", erklärte er in Anspielung auf den Zaun um den Görlitzer Park.

Zentral ist für Krach, dass die Suchthilfe von projektbasierten Finanzierungsmodellen auf eine institutionelle Finanzierung umgestellt wird. Suchtexperten weisen darauf hin, dass in den Beratungsstellen nicht genügend Personal vorhanden ist und zu viele bürokratische Hürden bestehen. Ein Ersttermin könne unter Umständen zwischen vier und sechs Wochen auf sich warten lassen, was laut Rolf Glemser, Leiter der Integrierten Suchtberatung in Lichtenberg, inakzeptabel sei.

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Markus S.

Über den Autor

Markus S. Chefredakteur

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.

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