Zukunft von Galeria nach Insolvenz: was jetzt für Mitarbeiter zählt
Die Galeria S.à r.l. & Co. KG hat beim Amtsgericht Düsseldorf einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, das nun als Regelinsolvenz verhandelt wird. Somit wurde eine erste grundlegende Hürde genommen, doch viele Fragen zur Zukunft der Warenhauskette bleiben unbeantwortet. Der zuständige vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Frank Kebekus, soll klären, ob ausreichend finanzielle Mittel für die Fortführung des Verfahrens vorhanden sind.
Dieses ist bereits der vierte Insolvenzantrag von Galeria innerhalb eines Zeitraums von sechs Jahren. Kebekus kennt das Unternehmen gut und betreute bereits die Insolvenzverfahren in den Jahren 2020 und 2022. Der Sanierungsexperte Manfred Hunkemöller äußerte Bedenken zu Kebekus' Bestellung und betonte, dass ein neuer Verwalter für einen realistischen Neuanfang nötig gewesen wäre.
In Berlin sind sechs Filialen von Galeria vertreten, darunter Standorte am Alexanderplatz und am Kurfürstendamm. Unklar ist, ob die etwa 12.000 Angestellten Anspruch auf Insolvenzgeld haben. Ein Sprecher der Bundesagentur für Arbeit merkte an, dass die Zahlung von Insolvenzgeld unwahrscheinlich ist, solange das Unternehmen sich in der Planüberwachung befindet. Experten erwarten bald eine Entscheidung zur aktuellen Lage von Galeria.
Das Insolvenzgeld, das den Nettolohn der letzten drei Monate vor dem Verfahren ersetzt, wird durch eine Umlage der Arbeitgeber finanziert. Der Arbeitsrechtler Gregor Thüsing stellte klar, dass die Planüberwachung nicht unbedingt bedeutet, dass das Insolvenzgeld verweigert wird, sofern Galeria nach der Insolvenz wieder zahlungsfähig ist.
Die Geschäftsführer von Galeria haben in einer internen Mitteilung berichtet, dass die Sicherstellung der Gehaltszahlungen für die kommenden Monate ihre höchste Priorität hat. Der laufende Betrieb in den 83 Filialen soll zunächst weitergeführt werden, trotz der Insolvenzmeldung. Am Freitag hat das Unternehmen Rabattaktionen für Kunden beworben, nahezu so, als wäre die aktuelle Situation nicht vorhanden.
Kürzlich hatte Galeria, damals noch unter dem Namen Galeria Karstadt Kaufhof, einen ähnlichen Insolvenzfall gemeistert. Damals mussten neun von 92 Warenhäusern schließen. Ab Sommer 2024 gehört Galeria einer US-Investmentgesellschaft, und einige Lieferverträge wurden an neue Bedingungen geknüpft. In jüngster Zeit klagten Vermieter über ausbleibende Mietzahlungen, was die angespannte finanzielle Lage weiter verdeutlicht.
Anfang Juni erhielt die Warenhauskette eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro, die an einen Sanierungsplan gebunden ist, der die Überprüfung mehrerer Standorte einschließlich möglicher Schließungen vorsieht. Galeria hat bereits angekündigt, Verhandlungen über Mietkonditionen mit Vermietern aufzunehmen.
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Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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