U-Bahnhof Zoo: SPD-Politiker äußert Kritik an Imbiss-Gerüchen
Der U-Bahnhof Zoologischer Garten hat schon lange mit einem schlechten Image zu kämpfen. Essensreste, Glasscherben und Müll prägen das Bild, während eine Vielzahl von Obdachlosen und Drogenabhängigen hier verweilt. Für viele Fahrgäste ist der Geruch von Urin und Müll ein fester Bestandteil ihres Aufenthalts. Doch nun sorgt ein neuer unangenehmer Geruch für Aufregung.
Der SPD-Politiker Reinhard Naumann, der früher Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf war, hat eine starke Geruchsbelästigung durch Imbisse im oberen Bereich der U-Bahnstation festgestellt. Er bezeichnete den Geruch als „unzumutbar“ und ist damit nicht allein – zahlreiche Fahrgäste berichten ebenfalls von der Belästigung. Um dem Problem auf den Grund zu gehen, hat Naumann eine schriftliche Anfrage an den Senat verfasst, in der er wissen will, ob dieser die Geruchsbelästigung teilt.
Die BVG, auf Anfrage des Senats hin, hat die Situation kürzlich kurzfristig überprüft. Dabei kamen die Verantwortlichen zu dem Schluss, dass die Bewertung von Naumann nicht bestätigt werden kann. „Die BVG kann die in der Frage vorgenommene Bewertung der konkreten Situation nicht bestätigen“, so die Aussage der BVG. Auf die Nachfrage, wie die Überprüfung stattfand, erhielt die Berliner Morgenpost zunächst keine Antwort.
Für Naumann ist die Antwort der BVG nicht ausreichend. „Ich habe sicher keine empfindliche Nase“, äußert er sich gegenüber der Morgenpost. „Aber teilweise weht einem schon der Geruch von Küche entgegen, bevor man überhaupt im Bahnhof ist.“ Seiner Meinung nach hätte eine BVG-Kontrolleure eine deutliche Geruchsbelästigung wahrnehmen müssen. Seine Kritik an der BVG bezeichnet er als „absurd in Anbetracht der Realität“.
Doch wie schlimm ist die Geruchsbelästigung wirklich? Die Berliner Morgenpost konnte am Donnerstagmittag keine unangenehmen Imbiss-Gerüche feststellen, während einige Fahrgäste andere Erfahrungen machten. Eine Frau berichtete von einem „unangenehmen Geruch“, während ein anderer Fahrgast anmerkte, dass es an anderer Stelle im Bahnhof schlimmer riecht.
Die BVG hat jedoch erklärt, dass sie die Hinweise der Fahrgäste ernst nehmen wird und in den kommenden Wochen eine erneute Kontrolle durchführen wird. Die technischen Anlagen zur Belüftung entsprechen angeblich dem aktuellen Stand. Ob sich nun tatsächlich etwas ändern wird, bleibt abzuwarten.
Naumann zeigt sich gelassen. „Es gibt wichtigere Probleme im ÖPNV“, sagt er. „Aber als Abschluss meiner Tätigkeit wollte ich diesem Thema noch nachgehen.“ Naumann hat sich entschieden, bei der letzten Wahl zum Abgeordnetenhaus nicht wieder anzutreten.
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Über den Autor
Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.
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