SPD verliert, Linke triumphiert – Wahlen in Berlin sorgen für Umbruch
Franziska Giffey steht möglicherweise vor dem Ende ihrer politischen Karriere. Die ehemalige Regierende Bürgermeisterin und prominenteste SPD-Politikerin verlor ihren Wahlkreis im südlichen Neukölln mit 26,3 Prozent an den CDU-Kandidaten Olaf Schenk, der 27,7 Prozent erzielte. Diese Niederlage spiegelt das historisch schwache Abschneiden der Sozialdemokraten wider.
Auch Spitzenkandidat Steffen Krach fand in seinem Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf keinen Erfolg und landete mit nur 19,7 Prozent auf Platz drei, hinter dem CDU-Kandidaten Tom Cywinski (22,7 Prozent) und dem Grünen Daniel Eliasson (20,6 Prozent). Der einzige Lichtblick für die SPD war Lars Düsterhöft, der als sozialpolitischer Sprecher seiner Fraktion seinen Wahlkreis in Treptow-Köpenick gewann. Er erzielte 26,0 Prozent, nachdem sein Vorgänger Orkan Özdemir in Tempelhof-Schöneberg abgeschlagen wurde.
Der Spitzenkandidat der Berliner CDU, Stefan Evers, unterlag ebenfalls im direkten Wettkampf: Elif Eralp, die Spitzenkandidatin der Linken, gewann ihren Wahlkreis in Friedrichshain-Kreuzberg mit herausragenden 50,4 Prozent der Stimmen. Damit verzeichnete sie das beste Ergebnis bei den Erststimmen in ganz Berlin.
Kai Wegner, der amtierende Regierende Bürgermeister, konnte seinen Wahlkreis in Spandau mit 31,8 Prozent deutlich gewinnen. Die hohe Zustimmung ist wenig überraschend, angesichts der Demografie der Region. Für Wegner stellt dieser Sieg jedoch einen versöhnlichen Abschluss einer insgesamt schwierigen Legislaturperiode dar.
Raed Saleh, der neben Wegner eine zentrale Figur des abgewählten schwarz-roten Senats war, trat ebenfalls in Spandau an, konnte jedoch Wahlkreis zwei nicht gewinnen und landete nur auf Platz drei hinter den Kandidaten der AfD und CDU. Allerdings zieht Saleh über die Landesliste ins Abgeordnetenhaus ein.
Dirk Stettner, der bisherige Fraktionsvorsitzende der CDU, musste dagegen seine politische Zukunft im Abgeordnetenhaus abschreiben, da er in seinem Wahlkreis Pankow 4 mit 17,3 Prozent nur den dritten Platz erreichte. Das direkte Mandat sicherte sich AfD-Kandidat Herbert Mohr mit 22,9 Prozent.
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Über den Autor
Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.
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