Hauptstadt Report
Politik

Greenpeace im Einsatz: Protest gegen Shein in Berlin

Julian K. · 17. September 2026, 14:04 Uhr · 2 Min. Lesezeit · 10 Aufrufe
Greenpeace im Einsatz: Protest gegen Shein in Berlin

Am Donnerstag veranstalteten Mitglieder der Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Protestaktion vor einem Pop-up-Store von Shein in Berlin. Ziel war es, auf die Gefahren von Wegwerfmode aufmerksam zu machen. Die Aktivisten trugen leuchtend pinkfarbene Overalls und hielten Banner mit der Aufschrift „Wegen Verantwortungslosigkeit geschlossen”.

Laut Angaben der Polizei betraten die Demonstranten um 10.30 Uhr das Geschäft, wo sie Banner über Kleidungsstücke legten und Konfetti verstreuten. Zudem klebten sie Plakate an die Schaufensterscheibe. Im Anschluss stellten sich 13 Aktivisten vor den Laden und hielten weitere Plakate hoch. Ihre Identitäten wurden überprüft. Die Polizei klassifizierte die Aktion als Kundgebung und wies den Teilnehmern einen Bereich entfernt vom Eingangsbereich zu.

Moritz Jäger-Roschko, ein Experte für Kreislaufwirtschaft bei Greenpeace, erklärte in einer Stellungnahme: „Shein produziert jedes Jahr viele Hundert Millionen Produkte billiger Trash-Mode und befeuert so die Probleme des Wegwerfkonsums: Überangebot, gefährliche Chemikalien und weltweit wachsende Müllberge.” Er forderte eine politische Bremsung der Fast Fashion.

Laut Greenpeace wurden in den letzten Jahren immer wieder hohe Schadstoffkonzentrationen in Shein-Produkten nachgewiesen, einschließlich PFAS und Phthalaten. Die Produkte, die in Berlin verkauft werden, sollten die EU-Grenzwerte einhalten, um Gesetzesverstöße zu vermeiden, hieß es.

Untersuchungen des Bremer Umweltinstituts, beauftragt von der Deutschen Umwelthilfe, zeigten ebenfalls, dass Kleidung auf der Online-Plattform zeitweise stark mit Chemikalien belastet ist und EU-Grenzwerte übersteigt. Von 18 getesteten Stücken verstießen 7 gegen die gesetzlichen Vorgaben.

Auf Anfrage reagierte Shein nicht direkt auf die Vorwürfe. Ein Sprecher äußerte: „Uns ist bewusst, dass viele Menschen starke Ansichten über unsere Branche haben, und wir respektieren das Recht auf friedlichen Protest - solange dabei unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unsere Kunden in ihren rechtmäßigen Tätigkeiten nicht gestört werden.”

Artikel teilen mit:

Julian K.

Über den Autor

Julian K. Redakteur für Sport, Kultur & Lokales

Julian K. ist im Berliner Kiezleben zu Hause und hält den Puls der Stadt im Blick. Seine Berichterstattung deckt das gesamte Spektrum ab – vom Profi- und Breitensport über Kulturveranstaltungen bis hin zu Eilmeldungen aus den zwölf Bezirken. Dank seines starken Netzwerks gehört er zu den Ersten, wenn es um aktuelle Ereignisse in der Metropolregion geht.

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!

Kommentar schreiben