Assefa nach Berlin-Marathon operiert – lange Auszeit angekündigt
Tigst Assefa überquerte beim Berlin-Marathon mit schmerzverzerrtem Gesicht die Ziellinie und fiel schließlich erschöpft zu Boden. Die äthiopische Läuferin suchte Trost bei Lauflegende und Trainer Haile Gebrselassie, nachdem sie den nahezu sicher geglaubten Weltrekord über die 42,195 Kilometer lange Distanz verpasst hatte.
Am Tag nach dem Rennen bestätigte ein Sprecher des Berlin-Marathons, dass Assefa an ihrer Achillessehne operiert werden musste. Laut einer Meldung des Portals „puravidasports.africa“, das sich dabei auf Äußerungen ihres Managers Gianni Demadonna beruft, wird Assefa eine Wettkampfpause von etwa sechs Monaten benötigen. Die Operation fand in München statt, und Assefa postete ein Bild aus einer kleinen Privatmaschine in ihrer Instagram-Story, auf dem sie einen medizinischen Spezialschuh an ihrem rechten Fuß trägt – ein typisches Zeichen für eine Achillessehnenverletzung.
Trotz der Verletzungen lief Assefa, die lange auf Rekordkurs war, mit einer Zeit von 2:11:04 Stunden zu einem Streckenrekord und damit zur drittschnellsten Zeit in der Geschichte der Frauenmarathons. Nur ihre Landsfrau Fotyen Tesfay, die in Barcelona vor einem halben Jahr 2:10:51 Stunden lief, und die Weltrekordlerin Ruth Chepngetich aus Kenia waren schneller. Chepngetich, die 2024 in Chicago nach 2:09:56 Stunden ins Ziel kam, ist jedoch aufgrund eines positiven Dopingtests gesperrt.
RTL-Expertin Sabrina Mockenhaupt äußerte sich zu Assefas Zustand und betonte die Herausforderungen des Marathonlaufs, der oft erst im Ziel entschieden wird. Sie meinte, es sei bedauerlich, was geschehen sei, und dass es einige Tage dauern werde, bis Assefa über ihre Bestzeit glücklich sein könne.
Der Berlin-Marathon stellte auch für die Veranstalter eine weitere Enttäuschung dar, die sich zwei neue Rekorde erhofften. Leider musste der Weltrekordler Sabastian Sawe verletzungsbedingt absagen, sodass alle Hoffnungen auf Assefa geruhten. Diese hatte bei optimalen Bedingungen und angefeuert von Tausenden Fans die erste Hälfte des Rennens gemessen am Tempo von Chepngetichs Weltrekord in Chicago etwas langsamer gestaltet. Trotz des konstant hohen Tempos in der zweiten Hälfte konnte sie den Schmerz beim Kilometer 40 nicht überwinden und der Traum vom Weltrekord platzte.
Ihr dritter Sieg in Berlin, nach 2022 und 2023, fiel dabei in den Schatten ihrer verpassten Bestmarke. Vor drei Jahren hatte Assefa noch Weltrekord mit 2:11:53 Stunden gelaufen, bevor Chepngetich ihr die Bestzeit abnahm.
Die deutschen Hoffnungen wurden ebenfalls enttäuscht. Esther Pfeiffer wollte den deutschen Rekord von Irina Mikitenko brechen, gab jedoch früh auf. Die beste deutsche Läuferin war Anna Langerwisch mit einer Zeit von 2:27:31 Stunden, die den 16. Platz belegte. Im Männerfeld gewann Guye Adola aus Äthiopien in 2:02:50 Stunden, während der beste Deutsche, Haftom Welday, mit 2:08:25 Stunden den 16. Rang einnahm. Die schnellsten deutschen Marathonläufer waren in Berlin nicht am Start und planen einen Wettkampf in Frankfurt.
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Über den Autor
Mit über 15 Jahren Erfahrung im Hauptstadtsjournalismus leitet Markus S. die Redaktion von Hauptstadt-Report.de. Sein Fokus liegt auf der politischen Berichterstattung aus dem Berliner Senat und der Einordnung komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen. Er steht für kompromisslose Unabhängigkeit, präzise Analysen und die Einhaltung höchster journalistischer Standards.
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