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Training nach dem Halbmarathon: Zeit für eine Auszeit

Leandra K. · 28. Oktober 2026, 04:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit · 2 Aufrufe
Training nach dem Halbmarathon: Zeit für eine Auszeit

Für mich war das Timing in dieser Lauf-Saison etwas anders als gewohnt. Während viele Läufer sich bereits auf die wohlverdiente Pause vorbereiteten, standen für mich noch zwei große Ziele an: Zunächst der Great 10K in Berlin Mitte Oktober und anschließend der Halbmarathon in Dresden am vergangenen Wochenende. Der Abstand zwischen den beiden Veranstaltungen betrug nur zwei Wochen, was zwar nicht ideal war, um auf beiden Distanzen Bestzeiten zu erzielen, jedoch war das Risiko es wert. Dennoch musste ich erkennen, dass ich diese Herausforderung nicht allzu oft wiederholen sollte, wenn ich langfristig Freude am Laufen haben möchte.

Trotz der Anstrengung habe ich keine Reue empfunden, eher im Gegenteil: Die Lernerfahrungen, die ich während der Wettkämpfe gesammelt habe, waren wertvoll. In Dresden herrschte vor dem Start ein gewisses Chaos. Der Regen und der Wind hielten viele Läufer bis kurz vor dem Start am Ort des Geschehens und gleichzeitig versuchten Zuschauer, zu ihren Plätzen zu gelangen. Dies führte zu einem kleinen Andrang im Zufahrtsbereich. Als der Startschuss fiel, standen viele Teilnehmer, mich eingeschlossen, noch im Gedränge des Startblocks.

Nachdem ich es schließlich geschafft hatte, mich in den Block durchzukämpfen und zügig zur Startlinie zu gelangen, bemerkte ich, dass meine Uhr in den Energiesparmodus gewechselt war. Am Ende stellte sich heraus, dass dies kein großes Hindernis war: Das GPS-Signal wurde schnell wiederhergestellt und ich konnte, da die meisten Mitstreiter bereits auf der Strecke waren, mit genügend Platz laufen. Allerdings war mein Puls bereits nach wenigen Schritten erstaunlich hoch, vermutlich aufgrund des kurzzeitigen Stresses. Ich habe dann im Wesentlichen auf mein Gefühl gehört, hätte jedoch gerne etwas Zeit für tiefes Durchatmen vor dem Start genommen.

Darüber hinaus wurde mir erneut die Bedeutung der Flüssigkeitszufuhr bewusst, selbst bei ungünstigem Wetter. Ich bin es gewohnt, während des Laufens zu trinken, doch beim Halbmarathon klappte dies nicht optimal. Schon an der ersten Station bemerkte ich, dass die Portion Wasser unzureichend war. Der Becher war nur halb voll und beim Trinken in voller Bewegung ging ein Großteil daneben. An den folgenden Stationen lief es zwar besser, aber mehr Wasser wäre hilfreich gewesen und hätte mir die letzten Kilometer erleichtert.

Ein weiterer erschreckender Moment ereignete sich im Stadion, als ich die Marathonläufer beim Zieleinlauf beobachtete. Nur wenige Meter vor dem Ziel brach ein Läufer zusammen und musste reanimiert werden. Solche Szenen gehören leider immer häufiger zum Bild großer Wettkämpfe dazu. Keinerlei Bestzeit oder Medaille rechtfertigt es, die eigenen Grenzen derart zu überschreiten und die Gesundheit aufs Spiel zu setzen.

Der Respekt vor den eigenen Grenzen ist nicht nur bei Wettkämpfen von Bedeutung, sondern muss auch im Training gelten. Deshalb habe ich mich entschlossen, mir eine Auszeit vom Laufen zu gönnen. Für mindestens anderthalb Wochen werde ich auf das Tragen meiner Laufschuhe verzichten und in der anschließenden Zeit nur gelegentliche, lockere Joggingeinheiten einplanen. Obwohl viele heute den Eindruck vermitteln, dass es normal sei, nur eine Woche nach einem Marathon bereits 30 Kilometer zu laufen, muss man nicht jeden Trend im Netz befolgen.

Warum diese Pause wichtig ist, wird mir an verschiedenen Stellen bewusst. Nicht nur meine Beine sind erschöpft, sondern auch mein Geist. Die Vorstellung, mich erneut in einem Wettkampf so anzustrengen wie zuletzt, fühlt sich momentan eher belastend an. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass meine Motivation und der Spaß am Laufen zurückkehren werden. Ich bin zudem überzeugt, dass noch Raum für Verbesserungen besteht. Umso mehr ist es jetzt wichtig, die letzten Eindrücke zu verarbeiten und dann mit frischer Kraft in die kommende Saison zu starten.

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Leandra K.

Über den Autor

Leandra K. Ressort Sport

Leandra K. berichtet mit großer Leidenschaft über den Sport in Berlin - von Hertha BSC und Union bis hin zu den vielen spannenden Geschichten aus der Berliner Amateur- und Vereinsszene. Ihr liegt besonders am Herzen, Menschen und ihre Geschichten hinter den Ergebnissen zu zeigen.

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